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Marcel Krebs

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24. Februar 2009, 11:27

Tödliches Drama auf dem St.Moritzer Nobelsee

Sensationssportart lässt wieder ein Pferd in den Tod galoppieren

Sie werden bis zum Äussersten in hoher Geschwindigkeit um die St.Moritzer Natureis Rennbahn gejagt - die Skikjöringpferde, für die ein Sturz der sichere Tod bedeutet. Die Sensationslust der Zuschauer, die mehrheitlich nur wegen diesen Rennen extra mit dem Flugzeug ins Engadin kommen, hat auch dieses Jahr deren Hunger gestillt. Das Gespann aus dem Stall Maren Wittmann aus Deutschland mit Fahrer Paas Tilman und dem Pferd Bouquet hat den sensationslustigen GRAND PRIX CREDIT SUISSE nicht lebend überstanden, das Pferd musste nach einem fürchterlichen Sturz - eingeschläfert werden. Zuvor mussten Familien mit Kindern zuschauen wie sich das Pferd vor Schmerzen am Boden wälzte. Die Sportart ist den auch eine der übelsten Tierquälereien an Pferden, die praktisch jedesmal mit angehefteten Totenschein um die Wette laufen.

Brüttisellen, 25.2.09 (mk) Ein Bericht von Marcel Krebs

Viele Ungereimtheiten auf der St.Moritzer Edelpiste

Dieses Jahr wurden die Organisatoren mit einer überdimensionalen Schneedecke auf dem Edelweier beglückt. Auch wenn die Autos völliges Fahrverbot auf dem in diesen Winter nur mit dünner Eisschicht belegten Wässerlöe hatten, wurde von allem Anfang an in sturster Weise an den Rennen festgehalten. Man verkürzte zwar am 1. und am 2. Sonntag die Rennen, der Veranstalter Rudolf Fopp setzte sich aber über das Fachurteil der Rennleitung hinweg und liess die Skikjöringkategorie gleichfalls trotz Juryverbot starten!!! Veranstaltungsdirektor Rudolf Fopp sagte eigenhändig der Jury - ich muss den Zuschauern etwas bieten, also wird das **(Skikjöring) gestartet.

** Skijöring und Skikjöring

Das Skikjöring - nicht zu verwechseln mit Skijöring, bei dem im Unterschied zum Original Reiter auf den Pferden sitzen, die den Skifahrer ziehen - ist ein Pferderennen, bei dem ein Skifahrer von einem reiterlosen Pferd gezogen wird. Sehr bekannt ist das Skikjöring-Rennen, das alljährlich im Rahmen des Meetings von St. Moritz in der Schweiz ausgetragen wird. Es sind alle Gangarten erlaubt. Dabei werden Skifahrer von unberittenen Vollblütern mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 oder 55 km/h über eine Piste aus Schnee und Eis gezogen. Die Fahrer schützen sich dabei mit speziellen Ausrüstungen, ähnlich denen von Eishockeyspielern, gegen die von den Pferdehufen aufgewirbelten Schnee- und Eisbrocken. Skikjöring stammt vom norwegischen snøre kjøring ('Schnurfahren'), weil die Fahrer nur durch zwei Leinen mit ihren Pferden verbunden sind.

Ein angebliches komplett neues Sicherheitskonzept sollte
solche Stürze vermeiden und wurde trotzdem zur Todesfalle!

Man nahm im Vorfeld der Skikjöring Rennen die Mäuler all zu voll und schwärmte in höchsten Tönen von einer wahren traumhaften Sicherheitserfindung. Diese stellte sich jetzt anscheindend als pure Todesfalle heraus. Man hat nämlich gleich nach dem Unfall die Rennpiste ausgeklammert, die sei in einem optimalen Zustand gewesen. (Am zweiten Sonntag sagte Rudolf Fopp, die Piste halte mindestens bis Mittag, - dieses Rennen fand zwar am 3. Sonntag aber am Nachmittag nach 14.00 statt) Auch hier müssen sich die St.Moritzer Veranstalter sich Fragen betr. Sicherheit auf der Rennpiste gefallen lassen. Auch werfen die (durchgestierten) Rennen vom Vorsonntag ein äusserst düsteres Licht auf St.Moritz und sein Image.

Das fatale Rennen

Eine Runde vor Schluss passierte der fatale Unfall. Irgendwie verhängt, ausgerissen oder schlechter Boden. Die siebenjährige Stute Bouquet vom Stall Karen Wittmann aus Deutschland verhaderte sich irgendwie. Die Untersuchung wird es zeigen. Spekulationen sind im Moment nicht angebracht. Auch nicht solche der Veranstalter, der zum Vornherein die Technik dafür verantwortlich macht - nicht aber die Bodenverhältnisse - Fahrer etc. Das Verhalten des Veranstalter wirkt unprofessionell und stümperhaft. Auch soll Direktor Fopp laut dem Fachmagazin Horsracing, nach dem Unfall im Ziel die Besitzerin Maren Wittmann regelrecht zusammengestaucht und angeschrien haben mit sind sie jetzt ruhig etc. !! Auch stand kein Notfallarzt im Zielraum, dieser musste erst mehrmals über die Lautsprecheranlage ausgerufen werden!!!!! Erst als dieser kam wurde dass sich windende Pferd mit einer Blache zugedeckt. Viele Familien mit Kindern mussten zuschauen, den Organisatoren wäre es nicht in den Sinn gekommen etwas zu tun. Wie aus Fachkreisen zu hören war, waren die Organisatoren total überfordert und auch schlecht organisiert. "Wenn Panik auf der Tribüne ausgebrochen wäre, hätte mich das nicht verwundert." sagte ein Stallbesitzer.

Das Rennen lief!!!! noch eine Runde weiter, die schrecklichsten Szenarien vor der Tribüne nahmen ihren Lauf. Die Sensation hat wieder einmal gegenüber und auf Kosten von Tieren gesiegt. Hoffen wir wenigstens, dass dieser Vorfall genauestens untersucht wird. Dem Pferd und dem Pferdesport wird es allerdings nicht mehr helfen. Einmal mehr wurde eine der brutalsten Sportarten in den Vordergrund gestellt. (Ich muss dem Publikum etwas bieten)!

Eigentlich müsste jetzt St.Moritz sagen - fertig mit diesen Schandtaten auf unserem Lac! Und worin sich bereits alle einig sind ist, dass dieser Rudolf Fopp schnellstens den Hut nimmt, was im Engadin an allen drei Renntagen passiert ist, ist schlicht eine der grössten Sauereien überhaupt, die in den letzten Jahren im Sport vorgekommen sind. St.Moritz hat es in der Hand, aber vielleicht macht es die CSI und zieht sich als Sponsor zurück, dass wäre die Beste Lösung - denn wenn bekanntlich das Geld fehlt wird kein müder Gaul ins Engadin reiten.

Rudolf Fopp uns sein Ensembles haben einen riesigen Schandfleck im bisher (un)befleckten Engadin hinterlassen. Unvermögen und Stümperhaftigkeit kennen bekanntlich keine Grenzen.

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