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13. März 2009, 18:05
Jacobellis und Schairer gewinnen das Rennen in La Molina
Im vorletzten Snowboard Cross der LG Snowboard FIS Weltcup-Saison 2009 haben sich heute in La Molina, Spanien, Lindsey Jacobellis (USA) und Markus Schairer (AUT) dank ihrer Siege vorzeitig den Snowboard Cross Weltcup-Titel gesichert. Die US-Amerikanerin Jacobellis, die auf dem Alabauj-Kurs bereits ihren fünften Saisonerfolg feierte, verwies im Finale der Frauen in einem Fotofinish die Schweizerin Sandra Frei auf den zweiten Rang. Dritte wurde Dominique Maltais (CAN) vor der Bulgarin Alexandra Jekova. Bei den Männern war es für den Österreicher Schairer der dritte Triumph im laufenden Winter. Trotz einer Knieverletzung konnte der amtierende Weltmeister alle seine Heats für sich entscheiden und überquerte auch im Finale die Ziellinie vor seinen Konkurrenten Nick Baumgartner (USA), Francois Boivin (CAN) und Alex Pullin aus Australien.
Brüttisellen, 13.3.09 (mk) Dementsprechend erfreut zeigte sich dann auch der 21-Jährige: „Ich bin überglücklich. Mein Ziel habe ich erreicht. Ich wollte gewinnen, aber dass ich es geschafft habe, ist einfach genial.“ Dabei kam dem Nationalmeister Österreichs vor allem die Verhältnisse und der weiche Schnee zu gute: „Die Bedingungen kamen mir schon sehr entgegen, denn sie waren ideal für mein Knie. Durch die soften Landungen gab es nicht so viele Schläge.“ Nun überlegt der St. Gallenkirchener ob er trotz des vorzeitig gewonnenen ersten Weltcup-Titels (5,340 Punkte) seiner Karriere auch in Valmalenco (ITA) bei den Finals an den Start geht: „Meine Trainer und Ärzte raten mir davon ab. Sie meinen, es wäre besser, wenn ich mich so schnell wie möglich operieren lasse. Das wäre sicher auch besser mit Blick auf Vancouver.“
Hinter dem Österreicher kämpfen nun beim kommenden Finale in Italien vor allem die US-Amerikaner Seth Wescott (3,680), Nick Baumgartner (2,600), Nate Holland (2,410) und Jonathan Cheever (2,370) mit den Kanadiern Mike Robertson (2,880) und Robert Fagan (2,250) um die Plätze zwei und drei im Weltcup-Abschluss-Ranking.
Erstes Podium der Saison für zweit- und drittplatzierte Fahrer
Dementsprechend wichtig war das Ergebnis von heute für Baumgartner, der nicht gleich aber ähnlich gehandicapt wie Schairer ins Rennen gegangen war, nachdem er noch vor zwei Wochen im siebten Rennen der Saison in Sunday River schwer gestürzt war. „Mein ganzer Rücken tut mir weh und es sind blaue Flecke überall. Aber die Intensität eines Rennens lassen die Schmerzen vergessen.“ Am Ende stand für den WM-Dritten von 2009 dann auch die erste Podiumsplatzierung der Saison zu Buche. „Deswegen habe ich mich angetrieben, dafür war ich hier. Ich habe alles gegeben. Ohne Fleiß – kein Preis“, so der 27-jährige US-Amerikaner.
Und auch für den drittplatzierten Kanadier Francois Boivin war es heute bei strahlendem Sonnenschein in La Molina das erste Top-3-Resultat des Winters. „Es wurde auch langsam Zeit. Die ganze Saison über war ich immer unter den besten zehn Fahrern, habe aber immer einen Fehler gemacht oder Pech gehabt.“ Allerdings hatte der 26-Jährige, der in Cypress, Kanada, vor genau einem Monat als Vierter knapp am Podium vorbeigefahren war, mit diesem Resultat vor allem heute nicht gerechnet: „Das war eher ein Kurs, auf dem bei diesen warmen Bedingungen ein schwerer Fahrer den Sieg einfährt. Und ich bin ein Leichtgewicht.“
Lindsey Jacobellis ist die Königin des Snowboard Cross
Auch bei den Damen hat die Weltcup-Führende Lindsey Jacobellis mit ihrem Sieg standesgemäß unterstrichen, dass sie zu Recht den zweiten Weltcup-Titel (6,100) ihrer Karriere vorzeitig mit nach Hause nimmt. Fünf Siege in bislang acht Rennen sprechen eine eindeutige Sprache, zumal die 23-Jährige nur einmal (Bad Gastein) nicht ins Finale fuhr, zwei Mal nicht auf dem Podium stand: „Der Titel ist etwas ganz Besonderes für mich. Ich wollte diesen Titel im vorolympischen Jahr unbedingt!“ Allerdings war der heutige Sieg, ganz im Gegensatz zum Titel, eine äußerst knappe Angelegenheit, denn die Olympiazweite von 2006 überquerte in einem Fotofinish zusammen mit Sandra Frei die Ziellinie: „Sandra (Frei) war in den Rollern nach dem Start einfach viel besser. Aber ich habe nie aufgegeben und versucht dranzubleiben. Ich wusste, dass es auf den letzten Sprung ankommt. Ich bin froh, dass es doch noch zum Sieg gereicht hat.“
Die unterlegene Schweizerin Sandra Frei sah den Rennausgang natürlich etwas anders. „Es ist schon schade. Du machst einen kleinen Fehler und bist weg. Ich habe in der letzten Bank im weichen Schnee entscheidenden Speed verloren. Ansonsten war es ein gutes Rennen. Ich bin schon zufrieden, auch wenn es mit dem dritten Saisonsieg nicht geklappt hat. Aber es kommt ja noch ein Rennen“, so die 24-Jährige kämpferisch.
Zufrieden war auch die drittplatzierte Kanadierin Dominique Maltais, die nach einigen Rückschlägen in dieser Saison, endlich aufs Podest steigen konnte: „Die Saison war bislang echt hart. Ich habe mir beide Handgelenke gebrochen aber zuletzt gute Leistungen gezeigt. Aber heute war ich endlich im großen Finale und nicht wie sonst nur im kleinen. Das ist gut fürs Selbstvertrauen.“ Die 23-Jährige gehört zudem als Sechste des Weltcup-Rankings (3,280) noch als letzte zum Kreis derer, die in Valmalenco noch aufs Saison-abschluss-Podium kommen können. Die besseren Chancen haben allerdings Sandra Frei (4,110) und Maelle Ricker (CAN, 4,100) sowie Mellie Francon (SUI, 3,630) und die amtierende Weltmeisterin Helene Olafsen (NOR, 3,470).
Das SBX-Podium von La Molina:
Damen Herren
1. Lindsey Jacobellis (USA) 1. Markus Schairer (AUT)
2. Sandra Frei (SUI) 2. Nick Baumgartner (USA)
3. Dominique Maltais (CAN) 3. Francois Boivin (CAN)
4. Alexandra Jekova (BUL) 4. Alex Pullin (AUS)
Die Schweizer konnten sich wie folgt platzieren:
Damen Herren
2. Sandra Frei 36. Fabio Caduff
10. Mellie Francon 39. Hans Reichen
17. Olivia Nobs
25. Simona Meiler
26. Tanja Frieden
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