Mittwoch, 8. February 2012, 06:42:39 Uhr














05. Juni 2009, 01:17

Viel erlebt!

Ein bunter Blumenstrauss voll Melodien!

Was man erlebt hat, mitgenommen hat - einfach mit den Augen in sich hineingesogen hat - dass kann einem niemand mehr nehmen. Dass gibt dem Leben den Kick - ist eigentlich die Antwort darauf, mach weiter - ja, mach weiter so. Ob es jetzt ein Erfolg war oder nicht, wenn's für dich gestimmt hat - ist es alleweil gut.

Brüttisellen, 5.6.09 (mk) Mein Leben ist eigentlich einmalig. Ich hab so viel erlebt, so viel gemacht - nie muss ich sagen, ich hab nicht dies, nicht das oder dass da probiert. Ich musste einfach. Mein Leben war so eine wahnsinns Reise, ich glaube es manchmal selber nicht. Doch, was ich alles in meinem Leben gemacht habe, erstaunt manchmal mich. Das Problem ist dennoch nicht einfach. Erzähle ich, dass habe ich gemacht und dies, und das und dass auch noch - dann schaut man mich nur ungläubig an und denkt, der spinnt, der erzählt doch irgendwas.

Manchmal, wenn ich mitten in der Nacht am Computer sitze und schreibe, dann fällt mir wieder was ein, es macht mich glücklich, zufrieden und ich schwebe dann meistens in irgendwelchen Träumen, begebe mich auf Traumreisen, weit hinaus ins Weltall. Ja, wenigstens in Gedanken - in meinen Träumen. Gerne wäre ich Philosoph geworden. Jedenfalls war ich früher immer der Meinung, die können so viel zusammenträumen, sich auf Experimente hinauswagen, still im Kämmerlein sitzen und einfach so vor sich hin philosophieren.

Eigentlich alles, dass ich gemacht habe war schön. War's jetzt in der Musik, im Management, als Verwaltungsrats Präsident, als Schuhputzer, als Kellner, Sänger, Verkäufer, als Lebensberater, Motivationstrainer um nur einige meiner Berufsausübungen zu nennen. Geschrieben habe ich immer. Früher meistens Liebesbriefe. Meine Journalistenjahre habe ich lange als Freiberufler bei verschiedenen Lokalzeitungen verdient. Fotografiert habe ich immer, ja Fotos waren immer meine Leidenschaft. Bei Hans Kunz habe ich es dann so richtig gelernt. Vergessen werde ich auch nicht meinen ersten Artikel für die Thurgauer Zeitung. Sie schickten mich an ein Abendkonzert in die Kirche. Hier sollte ich ein paar Fotos machen, einen Text dazu und alles gleich bringen. Ich freute mich auf die Ausgabe und suchte am Montag meinen Artikel fand ihn aber nicht. Was, nicht drinn, sagte ich zu meiner Frau. Wunderbarer Kirchenchor begeisterte die Kirchgemeinde - ja so ungefähr hiess der Titel. Da muss doch noch jemand anders auch da gewesen sein, sagte meine Frau plötzlich. "Ein bunter Strauss voll Melodien!" Eröffnungssingen in der Kirche. Von Marcel Krebs. Wir brachen in schallendes Gelächter aus. Noch heute mögen wir über meinen ersten Artikel lachen. "Ein bunter Blumenstrauss voll Melodien" mein Titel wurde abgeändert.

Manchmal denke ich aber auch zurück an meine Zeit als Lastwagendisponent in der damaligen Seifenfabrik Steinfels in Zürich. 120 Tonnen Waschmittel und ähnliches transportierten wir täglich durch die Schweiz. Diesen nervigen Job machte ich über drei Jahre. Ich war Herr über einen grossen Konvoi an Lastwagen. War immer die Pufferstelle vom Kunden, vom Chauffeur und von meinem Chef. Gestört hat es mich eigentlich nicht. Mein Rücken war so breit, er passte kaum in einen Türrahmen. Mein Chef wunderte sich wie schnell ich mich mit der welschen Kundschaft unterhielt, wohlverstanden nicht auf Französisch sonder auf Deutsch. Dass kam so. Mein Französisch war so misserabel, dass die freundlichen Menschen es vorzogen mit mir Deutsch zu sprechen, um mich wenigstens zu verstehen. Ich war aber stets höflich und hilfsbereit, so hatte ich nie Probleme. Ich muss aber auch gestehen, ich habe trotzdem einen Intensivkurs in Französisch besucht, konnte mein Wissen aber kaum anwenden, Steinfels Zürich genügte, ach guten Tag Monsieur Krebs wie geht es ihnen? Das lustigste war dann, als mein Chef einem welschen Transporteur telefonierte. Ich vergess es bis heute nicht mehr. Bonjour ici......wir sassen uns an einem rieisgen Pult gegenüber... Bonj......er stockte....später erzählte er es mir. Er könne nicht mehr auf Französisch telefonieren. Kaum sage er Bonjour ici Steinfels, spreche es am anderen Ende. Bonjour Monsieur Krebs, wie geht es Ihnen? Er hat es nie begriffen. In der Zeit, da ich bei Steinfels disponierte, ist er nicht mehr zu seinem Französisch gekommen.

Wenn ich so in der Nacht schreibe, ja dann fühle ich mich sehr wohl. Im Moment höre ich dazu Michelle. Michelle ist eine meiner Lieblingssängerinnen. Sie singt Schnulze, doch es gefällt mir. Ihre Stimme ist frisch und schön. Schade, dass sie zu singen aufgehört hat. Michelle hat auch trotz ihrer grossen Erfolge viel Pech im Leben gehabt. Seit sie vor einem Jahr Insolvenz anmelden musste, hat sie aufgehört zu singen. Schade. Mir bedeutet auch der Mensch viel, der bw. hinter einem Künstler oder auch einem Arbeiter steht. Gleich welche Arbeit er macht. Für mich ist es im Leben auch wichtig Vertrauen zu schenken auch wenn es manchmal missbraucht wird. Ohne Vertrauen, läuft bei mir nichts.

So, jetzt freue ich mich wieder auf ein spannendes Wochenende. Heute Freitag gehe ich an die Schweizermeisterschaft im Militärradfahren in Gippingen, am Samstag nach Liechtenstein an den LGT Marathon und am Sonntagmorgen nach Rapperswil an den Ironman und am Nachmittag nach Biel an einen American Footballmatch. Dass bedeutet für mich Leben. Dass ist mein Lebenselexier.

Nun gute Nacht - schlaft gut und bis bald

Marcel

P.s. So, jetzt gehe ich schlafen. Ich höre Larry von weitem her schnarchen. Manchmal kommt er mich, wenn ich nicht schlafen komme, in die Beine beissen.

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