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KLUBNACHRICHTEN

04. August 2009, 19:11

Nachtcamping im Schlangendelta

Wer sich vom früheren Frankreich her gewohnt ist, der wird bei einem erneuten Besuch grosse Augen machen. Halb zerfallene Dörfer mit kapputten Häuserfasaden und Strassen die einem Bachbeet gleichen, begleiten den Frankreich-reisenden tag-täglich. Erschreckend ist das EU Land Frankreich-Frankreich zurückgeblieben. Erschrecken auch die hohe Arbeitslosenrate und das Fehlen der Touristen aus Holland, Deutschland, Oesterreich, Italien und der Schweiz.

Bourg-Saint-Andéol, 4.8.09 (mk) In der tiefsten Rezession

Frankreich erlebt momentan die schwerste Rezession aller Zeiten. Dass merkt man bald, wenn man die verlassenen Dörfer mit den abbruchreifen Häusern durchfährt. Hotels sind aber auch in den Städten geschlossen, Zeltplätze die noch offen sind, halb leer und auf den Campingführer 2009, kann man sich schon überhaupt nicht mehr verlassen. Es ist wahrlich ein sehr erschreckender Anblick. War ich in Culoz am Ende der ersten Etappe noch erstaunt, so wunderts mich heute nich mehr.

Tankstellen zu

Selbst die Tankstellen der grossen Benzinmarken gleichen einer Bretterbude. Glimmer und Glanz sind erloschen - die Zapfsäule mit weit überhöhten Benzinpreisen pumpt immer weniger des Sprites in die Autos. Für's Eine ist es wunderschön, auf den fast verlassenen Autostrassen zu Pedalieren - aufs Andere gibt's einem schon ein bisschen zu denken.

Monsteretappe wegen Geschlossen

Die angekündigte Montägliche Etappe, entpuppte sich als Monsteretappe à la Tour de France. Ganze 130km wurden am Schluss gemessen. Weil alle angefahrenen Zeltplätze nicht mehr existierten oder einfach zu waren, mussten wir einiges auf uns nehmen. Auch die Velobeschilderungstafeln in Valence waren eine reine Katastrophe. Nichts stimmte, nichts wurde geändert - einfach der helle Wahnsinn. Nur dank der weitläufigen Veloerfahrung in diesem Stadtmonster, fanden wir in relativ kurzer Zeit den Fluchtweg Richtung Süden. Die Fahrt auf die Hauptstrasse war aber mehr als abenteuerlich. Die Zeit drängte, langsam wurde es dunkel.
Alle weiteren Zeltplätze hatten sich ins Nichts aufgelöst. So beschlossen wir um halb Zehn - Camping in der Wildnis - Verboten und von den Behörden meistens gebüsst.

Die Fahrt in den Sumpf

So endeten wir schlussendlich vor dem gefährlichen Sumpf - bereits mit zunehmender Dunkelheit. Auf dem letzten Hardplätzchen, stellten wir rasch ein Zelt auf. Dann Flackerkerze und Stirnlampe - Reissverschluss zu, damit keine der geliebten Viecher hineinkriecht und los ging die Pastaparty. Andrea kochte eine herrliche Pasta mit viel Käse und allerfeinstem Salat. Frische Getränke serviert aus dem Kühlwagen - powerten uns zur Bombenstimmung. Der Kaffee zum Schluss rundete das Essen unter freiem Himmel, mit höllischem Grillengezipper und lauten von unheimlichen Vogelstimmen ab. Ein unvergesslicher Abend!

Frühstück und auf zur nächsten Suche

Eigentlich sollte heute ein tschirribirri Tag sein. Doch auch heute wurden über 60 Kilometer daraus, weil ganz schlicht und einfach kein Zeltplatz zu finden war. So verliessen wir die Route und fuhren an den Ausläufer der Ardéche und endlich - hier in Bourg-Saint-Andéol stellte sich uns ein Zeltplätzchen vor - schöner könnte es nicht sein. Herrlich. Alles - Pool - Platz unter Bäumen am Fluss und Internet. Vor diesem Idyll habe ich aber noch meine Beinkrämpfchen gespürt. Herrlich wie die Waden juckten. Im Ernst. Auf dem letzten Zacken bin ich hierher gefahren. Erhlich. Hier bleiben wir zwei Tage. An's Meer sind es noch gut 140km. Die nehmer wir im Handumdrehen.

Jetzt gibts en guete Znacht mit Steack - Pasta - Salat und feinem Dessert. Mir freuet Eus! Morgen mehr - jetzt sind alle mit ihrem Laptop auf der sonnigen Terrasse. Bin schon zweimal beim raufladen abgestürzt.

Leserkommentare (0) »

Das ist Frankreich....

und auch dass ist Frankreich....

und auch hier ist Frankreich mit einem verlassen Autofriedhof mit Fahrzeugen aus dem zweiten Weltkrieg....

Wildcamp im Schlangendelta an der Rhone.....

Suwanda mit Larry......

Patrick mit Suwanda im Anhängerli und Be.....

Hängebrücke bei Bourge St.Andéol