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KLUBNACHRICHTEN

11. Dezember 2009, 20:03

Advent - Advent ein Lichtlein brennt

Hektik, Trubels und Verständnislosigkeit im Berufsleben, lassen uns gerade in dieser wunderschönen besinnlichen Zeit fast an Rande des Wahnsinns leben. Mach noch dies, mach noch das und mache es ohne zu murren. Die Zeiten, wo in Büro- und Verwaltungsbetrieben noch Respekt und Geduld herrschten, sind endgültig vorbei. Ungeduld, Unverständnis und kein Verständnis für Sorgen und Nöte des Bürokollegen, Wut über einen Krankheitsbedingten Ausfall eines Mitarbeiters - all das ist heutige Böroalltäglichkeit. (Mein Bürofenster)

Brüttisellen, 11.12.09 (mk) Was erzählen mir Freunde aus ihren Betrieben. Ungeheuerliches, unverständliches und Zustände wie im alten Rom, würden die Grossraumbüros der Betriebe beherrschen. Kein freundliches Wort, kein Danke und kein "Machs gut".

Da freu ich mich, wenn ich morgens in mein Büro komme. Klar ausser meinem Larry Hundchen begleitet mich niemand in die journalistischen Katakomben meines15 qm grossen Reichs, wo ich mit Computer, Radio und Fernseher, Fax und Drucker, Schreibtischlampe und Telefon, Kassaschrank und zusätzlichem Faueuil für Besucher, einer Heizung die lieber wie ein glühender Backofen strahlt und einem Ausblick an die nächste Häuserwand vollkommen glücklich und zufrieden meinen Kaffee aus der benachbarten Gemeinschaftsküche schlürfe.

Wie liebe ich zwischendurch die Spaziergänge zweimal während des Büroalltags in der Natur mit Larry, hier kann ich mich regenerieren, mich erholen. Was muss das für ein grauenvolles Dasein für viele Menschen sein? Immer beobachtet, immer kontrolliert und immer auf schlechte Laune eingestellt? Es ist traurig, dass nicht alle so glücklich leben können - im Berufsalltag. Da fällt es auch nicht stark ins Gewicht, wenn ich schon seit Tagen mit unserer neuen Errungenschaft der Videokamera und dem Schneide und Kopierprogramm auseinandersetzte. Wenn dann genau die falsche geschnittene Stelle einfach verschwunden ist? Ich nimm's gern in Kauf. Oder wenn mein Hund für meine Reportagentrainings mitten im Feld interviewt wird? Kopfschütteln löst das aus bei den Menschen, die vorbeigehen. Ein Hund im Interview? Doch ein bisschen mehr munter sein, ein bisschen lustiger sein, ein bisschen weniger verbissen und weniger voll Hass - vieles wäre anders - darum liebe ich meinen Job, auch wenn er manchmal hart ist - ich bekomme genau das zurück, für das ich jahrelang gekämpft, gearbeitet und mich abgestrampelt habe.

Und vielleicht ändert sich ja nach und nach wieder unsere Bürokultur. Vielleicht merken die Chefs, die Firmen und die Patriarchen der Neuzeit, dass sie nicht mehr an Leistung und Profit aus den wiederlichen Bürozuständen herausgeholt haben. Hoffen wir, es ist dann nicht zu spät. Vielleicht überlegt sich der eine Chef oder die eine Chefin - es geht auch anders - ja!! es geht sogar besser, leichter und effizienter. Vielleicht.

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Der Eingang zu meinem Büro. Design von meiner Andrea.