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06. Januar 2010, 22:20

Zurück im Alltag eines Redakteurs

Dabei war es so schön. Ja, die Festtage. Da konnte man so schön mit halbem Motor laufen. Gerade hatte ich mich so schön daran gewöhnt. Montag - ja, da gings ja noch. Die meisten Menschen brauchten da noch eine gewisse Anlaufzeit. So wurde auch ich von vielem verschont. Doch seit heute ist im wörtlichen Sinne der Teufel los. Alles will was, vieles geht schief und zu aller letzt bin auch ich schon wieder gestresst. Wieso, Warum, Weshalb????

Brüttisellen, 6.1.2010 (mk) Ich habe mir ja keine guten Vorsätze gesetzt. Ich wollte ganz einfach so gemütlich wie möglich den Jahresbeginn vollbringen. Doch statt vollbringen, bin ich schon wieder am Ringen. Der Alltag hat mich längst eingeholt, überholt und wartet spöttisch drei Strassen weiter, um mir so richtig eins auszuwischen.

Wieso rege ich mich überhaupt auf? Wieso um Gotteswillen? Wieso? Ich bin wieder der Alte! Ja der mit den blanken Nerven, dem 15 stündigen Tagesablauf und der Ungeduld, die ganz einfach mein Job mit sich bringt. Doch eins habe ich gelernt - ich nehm es nicht mehr so tragisch wie auch schon. Wieso? Ganz einfach, weil sich vieles von selbst erledigt hat, von selbst gelöst hat. Und noch eins mache ich seit ein paar Tagen - wenn's mir zu bunt wird, sitze ich mich in die Meditationsstellung, lasse den ganzen Zauber des Arbeitstages an meinem inneren Auge vorüberziehen und merke auf einmal, was? Wegen dem und dem regst du dich auf? Kann ja nicht sein. Ich geh tief in mich und fühle mich nach ein par Minuten frei und wohl. Und jetzt ist mein Panzer wieder um einige Zentimeter dicker geworden. Wo sind sie, die bösen Telefone, die blöden E-Mails? Wo?

Mein Kraft ist wieder da - die 15 Stunden gehen wie im nu vorüber, produktiv und eben wenn's zu viel wird, dann ab auf den Boden und innerlich stärken. Dem Alltag kann ich nicht entfliehen - doch gewisse Sachen, kann ich schön säuberlich ordnen und ablegen. Ein tolles Gefühl.

Und ich bin der König!! Mein Grossbueb, der jeden Tag für eine Stunde in die Nachhilfe kommt hat mit mir ein Stück Königskuchen gegessen. Und stell dir vor! Dieses Jahr bin ich der König. Ich mag mich nicht erinnern wann ich ihn das Letztemal war. Müssen sicher über 20Jahre sein. Wunderbar. Ich regiere und wie. Larry da - Larry dort und Larry komm sofort hierher. Hundchen allerdings, weiss nichts von meiner Beförderung in den Adel. Wie immer kommt er mich wieder mit seiner Nase stupsen und will jetzt sein Haustour machen. Diese geht um verschiedene Häuserblocks und wird meistens am Abend ausgetragen. So kann ich so richtg entlüften. Mein Gehirn so richtig durchblasen.

Der Tag geht in zwei Stunden zu Ende und wenn ich alle meine Mails verschickt und alle erhaltenen Resultate auf den Server geladen habe gehts ins Bettchen - so um halb eins. Bis dann - auf zur Haustour. Fazit - ein Absturz - ein Statistikausfall - 132 durchgelesene Mails - ein tolles Nachtessen mit Lucien und meiner Frau - Raclette! Zwei Touren im Feld à 2x 1 Stunde - um sechs Uhr aufgestanden, geduscht, gekämmt und dann gearbeitet und gearbeitet und nochmals gearbeitet. Cool, nicht?

Nun wünsch ich einen schönen Abend und bis Morgen.

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