Donnerstag, 9. February 2012, 10:40:32 Uhr














24. Januar 2010, 17:12

Was sind wir doch für Unzufriedene

Was sind wir doch für unzufriedene Menschen. Wir haben alles - haben Arbeit - Lohn und freizeitliche Erfüllung. Wir können machen was wir wollen - können lachen, weinen, träumen und jubilieren. Wir könnten glücklich sein, wirklich?

22.1.2010 Brüttisellen (muinar) Was sind wir doch für unzufriedene Banauser. Da streiten wir uns wegen ein paar Franken, die wir als Lohn zu wenig erhalten. Machen gleich auf Gute Zeiten-Schlechte Zeiten, mit Hauptgewicht Schlechte-Zeiten, wenn uns einmal etwas in die Quere kommt, unserem Köpfchen nicht passt. Da schwimmen wir wie dicke fette Maden in der Geldsauce des monatlichen sicheren Lohnes. Wir reklamieren - mal ist es dies, mal ist es das. Nie würde uns in den Sinn kommen, an die zu denken, die genauso unter uns leben - aber mit wenig oder gar nichts auskommen müssen. Die, die auf die Willkür der Gemeinden und deren Sozialämtern angewiesen sind. Die sich diskrimieren lassen müssen, täglich, stündlich, betteln gehen müssen -nicht auf die Strasse, den Betteln ist draussen verboten. Auf die Gemeinde, das Sozialamt sollt ihr kommen, wir zeigen euch, wieviel und was ihr bekommt. Aber zuerst die Hosen runter und berichten.

Unverfrorene Willkür der Behörden

Sie sind doch auch meiner Meinung, dass ein Junge der arme Eltern hat, die Sozialleistungen beziehen nicht studieren soll, oder? Was will dieser arme Junge aus diesen ärmlichen Verhältnissen? Der soll eine Hilfslehre machen. Was einen Durchschnitt von 5,8 hat er auch noch. Ja, da hat er es in der Hilflehre leicht. Wir unterstützen keineswegs gescheite Buben aus armen Familien. Da sind die Juckers etwas anderes. Da hat der Peter mit seiner 4 doch viel bessere Chancen ein gutes Studium zu machen. Der Knopf wird schon noch aufgehen.

Sie glauben das gibt es nicht?? In der Schweiz hat ja jeder das Recht auf Ausbildung. Glauben Sie?? Die oben erzählte Geschichte ist wahr. Nur weil die Eltern des Jungen durch Arbeitslosigkeit in die Abhängigkeit des Sozialamtes kamen, wurden sie so erpresst, bevormundet und materiell vergewaltigt. (Der Brief ist im Besitz des Redakteurs) Passiert ist die Geschichte vor vier Jahren. Kanton Zürich. Und einer der Beamten der Behörde sagte jedesmal im Einkaufszentrum so laut Gruezi Herr ......oder Frau....., dass alle wussten, das die Familie Kundschaft des Betreffenden waren. Zum Glück hatten die Eltern den Willen und den Mut ihrem Jungen ein Studium zu ermöglichen. Es blieb ihnen allerdings nichts anderes übrig als sämtliche Hebel in Bewegung zu setzen und gegen die Gemeinde vorzugehen. Sie mussten bis zur Androhung der Veröffentlichung des Briefes gehen, bis die Aemter sich mit höhnischem Blick zurückzogen. Dass aber eine Gemeinde einen solchen Brief überhaupt schreibt, ist ja schon der Hammer.

Die Armut in der Schweiz ist riesengross und wird vom Bund und den Behörden verheimlicht. In der Politik ist die Armut ein Tabu! Wer will schon zugeben, dass in der reichen Schweiz Armut existiert und zwar gewaltige Armut? Von einem menschenwürdigen Dasein kann da wirklich nicht gesprochen werden. Das schlimme an der Sache ist aber, dass es keine eigentlichen Richtlinien für die Gemeinden und deren Sozialämter gibt - nur Empfehlungen. Wir haben es in all den vielen, vielen Jahren nicht fertig gebracht unsere Arme Bevölkerung zu schützen und zu unterstützen. Wir haben es aber fertig gebracht, tausend verschiedene Versicherungen zu kreieren und tausen verschieden Vorschriften zu exemplen - nur, für die Armen da ist es uns buchstäblich ...egal.

Wissen Sie, dass es gleich um die Ecke Leute gibt, die sich keine Winterschuhe leisten können? Wissen Sie, dass bei jeder noch so kleinen Anschaffung das Sozialamt schamlos seine Vormachtsstellung ausübt? Wissen Sie, dass die Sozialämter bw. einer Frau sagen, kündigen sie ihre Anstellung bei einem renomierten Unternehmen, bei einer anderen Firma können sie drei Stunden pro Woche mehr arbeiten? Die betreffende Person ist seit über zwanzig!! Jahren mit besten Zeugnissen in der Grossfirma angestellt, kann aber wegen der Rezession im Moment keine Überstunden machen.

Was für Menschen treiben da mit den Armen und Einfachen, mit den Alleinstehenden und Alleinerziehenden den beiden grössten Armutsgruppen in der Schweiz ihr Unwesen, treiben rigorose Willkür?

Sieht man ein bisschen dahinter, da kommen die wahren Monster zum Vorschein. Meistens sind es Möchtegerne, die in der Privatwirtschaft eine Lachnummer sind. In der Gemeinde haben sie sich aber Jahre hindurch durch ihre allabendliche Präsenz im Gemeindehaus einen Namen gemacht. Die Ämter werden ja bekanntlich so vergeben. Die Wahl selber ist ja Nebenssache. Ist man in der richtigen Partei ist der Nebenjob als Sozialmonster sicher.

Den Armen Menschen ist aber leider deswegen nicht viel mehr gedient, den sie haben weder Kraft noch Geld noch Freunde um sich gegen die Gemeindemonster durchzusetzen.

Haben Sie eine solche Schweiz gekannt? Wahrscheinlich nicht. Es hört sich eher an wie vor 60-70 Jahren. Wo sind den nun unsere persönlichen täglichen Sorgen? Sind die noch wichtig? So wichtig, dass wir uns in die Haare kommen? Ich glaube nicht. Unsere persönliche Wahl, war nämlich gut. Wir haben alles - ja wirklich alles. Und so könnten wir doch uns auch einmal einer solchen armen Familie annehmen, mal was schenken, auch wenns nur etwas zum Essen ist, vielleicht zum Spielen oder einfach ein paar liebe Worte. Ich bin überzeugt, auch Sie kennen solche Menschen. Wieso einem auf der Strasse lebenden nicht mal fünf Franken geben, dann ist er wenigstens für ein paar Minuten glücklich. Das tut ihm un Ihnen gut. Was Sie machen, dass ist Ihnen überlassen. Eine gute Tat tut aber auch innerlich persönlich gut. Gibt neues Lebenselexier und neue Kraft.

Marcel Krebs

Leserkommentare (0) »