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Marcel Krebs

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13. März 2010, 00:27

Ich lauf durch die Nacht

Ich weiss nicht, vielleicht geht es Ihnen genauso. Es gibt Tage, da kann ich einfach nicht einschlafen. D.h. ich gehe nicht mal zu Bett, sondern mach es mir gemütlich vor dem Computer, dem Fernseher oder träume einfach so vor mich hin. Auch macht es mir Spass mitten in der Nacht mit Hundchen spazieren gehen.

13.3.2010 Brüttisellen (mk) Wie schön ist es, durch die dunkle finstere Nacht zu laufen. Ich hab das Glück, dass ich bereits nach 3-400m unter der Eisenbahnbrücke durchkann und gleich im finsteren eines grossen Ackerlandes bin. In der Stille der Nacht durch die Dunkelheit zu marschieren ist herrlich. Hundchen weit voraus geht den Spuren nach und sucht. Ab und zu kommt er zurück, schnuppert an meiner Manteltasche, den er weiss, dass Marcel immer ein paar der feinen Guetzli mitnimmt. Sozusagen Zwischenverpflegung. Man weiss ja nie.

Haben Sie das auch schon ausprobiert? Nicht die Guetzli sondern durch die Dunkelheit zu laufen? Man kann so richtig abschalten, hört nur die Stimmen der Natur - in der Ferne ein Zug und ab und zu bis so gegen 23.30 landet eine Maschine in Kloten - bei uns oben ist sie schon tief, sie sind aber leise, geben höchsten Gegensteuer und rauschen über den Köpfen vorbei Richtung Landepiste.

Hier draussen tanke ich manchmal mitten in der Nacht, es kann auch drei Uhr sein, auf. Ich kann mir Gedanken machen über dies und das, über jenes und anderes. Wenn man genau hinhört, so hört man seine eigenen Schritte im Kies oder auf den Feldwegen. Manchmal trage ich meine Stirnlampe um nicht meine Füsschen zu zertrampen. Einige Wege sind voller Mauselöcher und wutsch, steckt man drinn.

Ich finde auch, es ist sehr geheimnisvoll, so im Dunkeln, draussen in der Nacht. Und wenn ich nach einer Stunde oder mehr wieder zurückkomme, ja, dann bin ich so richtig faul und husch, husch gehts unter die Decke.

Das blöde an der Sache ist nur, wenn ich wie jetzt kurz nach Zwölf noch schreibe, geht es nicht lange und Larry kommt zu mir, beiss mich liebevoll in die Beine und schupst mich mit seiner kalten Nase so lange, bis ich mit ihm nochmals rausgehe. Ob dunkel oder hell, dass ist im egal.

Ich erinnere mich noch, als ich vor zwei Jahren mit ihm von der Alp, morgens um halb vier auf den Pass gelaufen bin. Unten im Wallis. Hinauf auf fast 3000 m. Er immer in der Dunkelheit voraus, immer wieder Blick zurück. Seine Augen funkten im Schweinwerferlicht meiner Stirnlampe, geradezu unheimlich. So sind wir 600 Höhenmeter rauf in der Dunkelheit gelaufen. Unter einem Sternenhimmel der einmalig war. In einer Stille, die unbeschreiblich war. Und in einem Tempo, dass mich alle paar hundert Meter verschnaufen liess. Hundchen vor - Hundchen zurück.

So bin ich halt zum Nachtmenschen geworden. Es gibt aber auch Tage und Nächte da schlafe ich nicht. Einfach so. Will aber nicht jubilieren, nach diesen Nächten schlafe ich meistens Tag und Nacht. So jetzt wünsch ich allen eine gute und lange Nacht. Für mich heisst es bereits in vier Stunden aufstehen. Ich fahre ins Tessin. Ich besuche das Trainingslager der Calanda Broncos in Tenero. Freue mich mächtig.

Marcel

http://www.youtube.com//watch?v=iymmcq84O2U
 

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