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08. Oktober 2008, 12:22
Auf's falsche Pferd gesetzt
Swiss-Cycling auf dem Weg zu roten Zahlen
Mit dem fragwürdigen Entscheid von Swiss-Cycling, die aktive Radrennfaherinn Nicole Brändli nicht für die WM zu selektionieren, hat der Radsportverband weder Fingerspitzengefühl noch Klasse bewiesen und dafür anfangs Woche mit eingeschriebenem Brief die Rechnung erhalten.
Zürich (mk) Von Marcel Krebs
Mit fragwürdigen Entscheiden standen sie schon immer gut da. Die Herren des allmächtigen Radsportverbandes Swiss-Cycling. Dass der Radsport schon genug durch die langweiligen Dopingfälle die Gunst der Sponsoren verloren hat ist mittlerweile dem Volk bekannt. Verrät man dazu jetzt noch die Jugend und vergrault wegen einer Bagatelle den Hauptsponsor für das Zukunftsprojekt SGT AG? Mit geradezu grauenvollen Fehlentscheiden ist die Chefetage von Swiss-Cycling in's Unglück gestürzt.
Ausgangspunkt die Olympiade in Peking
Nicole Brändli hat laut Männer-Nationalcoach René Savary interne Anweisungen nicht befolgt und der als Schweizer Top Gesetetzten Priska Doppmann im entscheidenden Moment nicht geholfen - die er als Männercoach dem jungen Zugpferd Brändli vorspann und desshalb Helferdienst Anweisungen gegeben hatte. (So Savary) Frage bleibt ob es überhaupt einen entscheidenden Moment gegeben hat, die Post für das Schweizer Frauenteam war schon längst abgefahren und unter solchen Voraussetzungen war eine Hilfeleistung auch nicht möglich. Da Savary nicht einmal Frauencoach war, den der ist Daniel Gysiger macht das Ganze auch nicht gerade glaubwürdig und die ganze Sache äusserst brisant. Jedenfalls lagen sich seit diesem Zeitpunkt die Parteien (Sponsoren und Nati Coach Savary und Co.) in den Haaren. Savary und Gysiger auf's tiefste beleidigt, schworen von nun an Rache und drückten mit allen erdenklichen Mitteln zu Ungunsten des Schweizer Radsportes darauf, dass Brändli nicht für die WM in Varese selektoniert wurde. Die Quittung bekamen sie postwendend in mehrfacher Ausführung: 1. Das Frauenteam sah noch nie so schlecht aus an einer WM , seit die Damen Rennen bestreiten - 2. Hauptsponsor Fritz Bösch zog sich aus der angekündigten SGT AG zurück und mit ihm ging natürlich auch das Geld weg.
Führungsschwäche bei Swiss Cycling
Swisscycling Präsident Fritz Ehrler zog da einen gewaltigen Schuh voll was auch immer raus, relativiert aber bereits, dass er keinen Einfluss auf die Entscheidung Brändle gehabt hätte. Das Gegenteil haben die beiden Steithähne Savary und Gysiger aber in verschiedenen Zeitungen publik gemacht, in dem sie grossartig verkündeten, dass auch die Führung von Swiss Cycling hinter ihnen stehe.
Leidtragende sind die jungen Boys und Girls
In seinem Communique schreibt Swiss Cycling dazu
Mit der momentanen Nicht-Umsetzung der Rechtsform 'AG' wird damit die Rechnung von Swiss Cycling im 2008 belastet.
"Der Vorstand hat nun ein rigoroses Sparprogramm für 2009 beschlossen. Swiss Cycling wird sich aufs notwendigste konzentrieren um so die Ziele des sportlichen Erfolges, der Nachwuchsförderung und der Verbandssanierung trotzdem zu erreichen. Dies wird leider an allen Orten Einschnitte zur Folge haben, die unter der gegebenen Situation unumgänglich sind. Sollten sich andere Investoren finden lassen für das AG Projekt, so wird die Rechtsform 'AG' mit diesen umgesetzt werden. Die Projektgruppe wurde jedoch aufgelöst. Die Umsetzung der Swiss Cycling Team Strukturen wird unter der Leitung des Geschäftsführers angegangen."
Wenn die Rechnung nicht schon genug belastet wäre, Swiss Cycling schreibt jährlich rote Zahlen. Zudem wird aller Wahrscheinlichkeit die Sparte Radsport von Swiss Olympic mit 1-2 Punkten zurückgestuft (Dopingfälle) und international macht man sich Gedanken, den Radsport von Olympia abzuhalten. Vorteil für den Verband wäre, dass sich die Coaches wenigstens nicht mehr mit solchen Herkules-aufgaben die bei einer solchen Selektionierung anstehen, beschäftigen müssten.
So hat man wenigstens den jungen Menschen, die sich für den Radsport entschieden haben, jetzt schon den Garaus gemacht. Es genügt nicht, dass der Bahnradsport und der Querfeldeinsport am serbeln und am Aussterben sind und sich kaum noch Fahrer für diese Rennen finden lassen. Die Querrennen des Oktobers wurden in Fehraltorf, Aigle, Cross Night Bern und das traditionelle Quer auf der Rennbahn in Zürich - Oerlikon, allesamt abgesagt, mangels Interesse der Fahrer und der Sponsoren.
Neue Männer braucht das Land
Dass Swiss Cycling nicht immer eine glückliche Hand hat, weiss man. Es kommt aber einem fast so vor, als hätte der Präsident nicht viel zu sagen. Es fühlt sich an wie ein Phantomvelo auf der Rennbahn. Unsichtbar und Undurchsichtig, aber auch von jeglicher Möglichkeit entfernt, einen Rekord zu fahren. Wenigstens passt das Ganze zur momentanen Situation im Radsport. Der teure Einzug ins Haus des Sport's lässt wenigstens den Lack im Moment noch glänzen, bevor auch dieser von der Realität ganz abblättert.
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