Donnerstag, 9. February 2012, 10:33:09 Uhr














07. April 2010, 07:11

Aufgewacht - hinter mir ein Monster!

Ich weiss nicht, vielleicht ist es dir auch schon mal so ergangen. Du erwachst mitten in der Nacht, weil du schlecht geträumt hast - kannst nicht mehr einschlafen und zählst die Minuten bis es Morgen ist, obwohl du hundemüde bist. Geschehen gerade jetzt, nicht in Hongkong, nicht in Bahrain - nein, in Brüttisellen.

7.4.2010 Brüttisellen (mk) Dir gehen tausende von Gedanken durch den Kopf. Was war, was ist, was kommt? Schlecht geträumt oder sonst noch was? Jedenfalls sind dies meistens Anzeichen der Überarbeitung, des Tuns vor dem grossen Kollaps. Wie immer der auch aussehen wird. Solche Nächte möchte man am liebsten vergessen, doch sie gehören genau so zum Leben wie wunderschöne Traumnächte.

Das sitz ich nun am Computer und das E-Mail Programm hat bereits hochbetrieb. Klein-Report, News aus aller Welt, Fotos von Agenturen und wie immer pünktlich der grosse Gewinn oder die grosse Erbschaft. "Ich muss Ihnen gestehen, ich habe es mir lange überlegt, als ich vor ein paar Wochen auf ein Konto in meiner Bank in der ich arbeite gestossen bin. Es handelt sich um ein Konto des verstorbenen......." So und weiter versucht wieder einer aus Afrika, mir die Kohle aus dem Sack zu ziehen. "Sie müssen jetzt mir nur noch ihre Bankanschrift mit Nummer und Zugang senden." Cool, nicht? Wieviele Dumme er wieder erwischt weiss ich nicht, mich jedenfalls amüsiert es immer wieder mit welchen plumpen Tricks da vorgegangen wird. Ich habe mir schon ein paar mal die Mühe gemacht und habe geschrieben. Mit falscher Adresse, falschen Angaben etc. Nur die e-mail Adresse habe ich richtig gelassen und sie gebeten, falls die Bankverbindung nicht klappt, mich zu informieren. Leider ohne Erfolg.

So bei diesen nächtlichen Sitzungen am Computer gehen einem so allerhand blöde Gedanken durch den Kopf. Da hat mir auch einmal ein Bekannter erzählt, dass es ihm ähnlich ergehe. Nur er lasse sich von diesem dummen Geschwätz mitten in der Nacht nicht stören, ziehe sich an, die Joggingkleidung natürlich und renne dann einfach eine Stunde durch die stockfinstere Nacht. Dass sei bei sternenklarem Himmel so wunderschön, dass er es sich fast mehr wünsche, von diesem Monster in der Nacht geweckt zu werden. Die Stille in der Dunkelheit, die frische Luft und das Schweifen der eigenen Gedanken oder auch die vollkommene Leere, die dich da umgibt, sei einfach unglaublich schön und wunderbar.

Ich, bin anscheinend noch nicht so weit, mich nervt es vollkommen, den meistens habe ich im folgenden Tagesgeschehen eine totale Scheibe und bin die nächsten 24 Stunden zum schlafen müde.

Mittlerweile zeigt die Uhr auf meinem Laptop Vieruhr seschundzwanzig und mein innerer Computer läuft bereits auf Hochtouren. Gut, ich habe heute einiges vor - es sind noch Geschäftsbriefe zu schreiben, Sachen zu erledigen und vieles mehr. Im Prinzip sind im Moment Ferien angesagt. Andrea hat davon 2 Wochen und ich mache da meistens mit. Also Faullenzen so gut es geht. Doch meistens artet es in Arbeit aus.

Geniessen können wir es aber trotzdem. Gerade jetzt in dieser Woche nach Ostern, wo endlich frühlingshaftes Wetter herrscht. Oder besser gesagt, beginnt zu Herrschen. Die Temperaturen stimmen noch nicht ganz, doch wenn ich auf die Wetterkarte schaue, sind die kommenden Wochentage mit recht viel Sonne verbunden. Wauh!!!!!!!!!!!!!!!!!!Das wird ja eine Wucht. Schon gestern habe ich bis Mittag auf dem Balkon gearbeitet. Im warmen Sonnenlicht eine Tätigkeit, die wie Ferien ist. Leider haben wir am Nachmittag keine Sonne auf unserem Balkonia. So war es dann ziemlich frisch und ich habe mich in mein Büro verzogen.

Jetzt ist ein seltsames Geräusch hinter mir. Ich glaub es kommt näher. Hoffentlich ist es nicht das Monster, oder doch? Es schnauft, es täppelt - auf einmal berührt mich etwas feuchtes, nasses, stupst mich,dass ich vor Schreck ganz bleich werde - ist es das Monster? Im fahlen Licht meiner Schreibtischlampe sehe ich es nur in Schatten gleich neben meinem Bürostuhl stehen - dunkle Augen glotzen mich an. Aber es sind liebe Augen - ein liebes Monster? Nein.... es ist Larry, mein Hund.

Zeit für ein weiteres Schläfchen im warmen Bett. Gute Nacht.

Marcel

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