Samstag, 4. February 2012, 17:13:13 Uhr














13. April 2010, 21:59

Halbzeit

Sicher ist es Dir auch schon so ergangen, davon bin ich überzeugt. Du sitzt da an Deinem Schreibtisch und es gehen Dir die verschiedensten Gedanken durch den Kopf, Gedanken die Du denkst, was??? Wieso??Warum??Weshalb? In so einer Situation bist Du vielleicht glücklich und zufrieden, doch irgendetwas stimmt Dich nachdenklich und Du weisst nicht was.

13.4.2010 Brüttisellen (mk) Ich bin gestern Sonntag mit Larry von Dübendorf hinauf nach Witikon gelaufen. Am Sonntagmorgen bei herrlichstem Wetter. Doch kalt war es. Larry tat verwundert, was will den der schon so früh mit mir spazieren gehen. Auch wenn ich mit dem schweren Rucksack mit meiner Fotoausrüstung an meinem Rücken, dem Zmittag für Larry und mich inklusive, langsam und mit einigem Abstand hinter Hundchen den Berg raufschnaupte war es eine Wohltat. Wunderschön so allein durch den Wald spazieren, das Vogelgezwitscher zu hören, ab und zu ein Knacken der Äste zu hören und hin un wieder einem Walker oder ein Jogger oder eine Joggerin alleine oder einer ganzen Gruppe hallo zu sagen.

Was verpassen wir nicht alles in unserem Leben. Da arbeiten wir 10, 12 oder mehr Stunden am Tag, kommen müde nach Hause und haben absolut keine Lust mehr auf irgendetwas, war mit unternehmen zu tun hat. Schade eigentlich.

Bei diesen Spaziergängen kann man so schön abschalten, obwohl der eisige Wind mir am Sonntag um die Ohren pfiff, als sei ich auf einer Skitour. In zwei, drei oder vier Minuten kann man dabei in den angenehmen Zustand von Entspannung gehen. Man spürt auch, dass es Spass macht, einfach so mal neue Dinge auszuprobieren und es ist dabei sehr angenehm, seinen Ideen einfach freien Lauf zu lassen.

So gehe ich weit zurück, zurück zu den Wurzeln vor vier Jahren, als mir damals in einem Park in Tokio die Idee für Sport-heute.ch entsprang. Ich weiss noch genau, wie die Kirschbäume ihre Blüten zu Schau stellten - wunderschön im rosaroten Kleid.

Als ich angefangen habe zu planen, zu zeichnen und Ideen aufs Blatt zu bringen. Die Anfänge mit einem gemieteten Programm, mit dem der damalige Provider mehr Ausfälle als Einfälle hatte und nicht selten unsere Seite Wochenlang nicht richtig lief. Damals bei Beginn waren es 30-40 User im Tag. Zweihundert waren eine Sensation und mehr schon überhaupt nicht denkbar. Wir hatten nicht viel Geld um uns eine eigene Seite zu kaufen. Also machten wir weiter bis im Herbst 2008 mit wenig Luxus. Ich weiss noch, als ich Dienstag, Donnerstags, Samstags und auch manchmal Sonntags mir an der Bande wo das Eis unten durch quoll die Zehen abfror und bei den vielen Besuchen in den Stadion manchmal aus lauter Angst vor den Chaoten die Abkürzung über ein Feld zum Parkplatz nahm. Oder bei Schwingfest auf dem Brünig, als von uns drei, die hart arbeiteten nur einer einen Essensbon erhielt und wir wenig willkommen waren uns aber nie was anmerken liessen. Wir waren glücklich mit unserer Arbeit - getragen von unserem Ziel und unseren Gedanken, es wird besser. Der Weg ist das Ziel, war immer meine Devise.

Wenn auch die Arbeit an den Wochenenden auch 16 Stunden am Tag ist, und am Montag wieder viel Redaktionsarbeit wartet geht es ohne Pause weiter. Doch mein Leben ist durch meinen Job erfüllt und heute erfüllter den je. Ehrlich gesagt, ohne meine Frau könnte ich es nicht. Sie ist mein Chauffeur, meine Fotografin, meine Gesprächspartnerin und die, mit dem Riecher für viel Gutes.

Bei einer solchen Aufgabe laufen einem halt auch immer wieder Menschen über den Weg, die wenig mit Professionalismus zu tun haben. So hatten wir auch 2008 einen totalen Stillstand und nur wenig Steigerung - trotz "Chrampfen und Fluchen" Freunde, die sich als Freunde ausgaben, doch mehr Feinde waren, bringen einem auch nicht weiter - im Gegenteil.

Je mehr, man schlussendlich dann die eigene Tatkraft zulässt, um so wagemutiger wird man und um so mehr kommt der Erfolg. Aus den zweihundert täglichen Besuchern sind es heute 4000 und mehr geworden. Und das Schöne daran ist, dass wir es endlich geniessen können. Die Arbeit ist nicht weniger geworden, das Glück um so grösser.

Es ist gut, entspannt und gelöst durch den Wald zu spazieren, Vertrauen in sich und seine echten Freunde zu haben, weil ich jetzt weiss, wie schnell sich die Dinge ändern können.

So bin ich dann pünktlich mit Larry zu den Footballspielen in Witikon angekommen. Eines hat sich dennoch an diesem Tag nicht geändert....der saukalte Wind, der den ganzen Tag einem um die Ohren pfiff. Larry verkroch sich während den Spielen hinter meinem Rucksack, den ich immer so hinstelle, dass es für ihn einen wunderschönen Platz gibt. Ich breite meinen Goretex Regenschutz aus und darauf kann er liegen. Er schiebt ihn aber meistens zur Seite und legt den Kopf aufs "Kissen".

Genüsslich war das Mittagessen. Andrea hat mir einen Hörnlisalat mit Speckwürfeli gemacht. Sie selber ist zum Spiel nach Bern gefahren. So essen wir gemütlich, schlürfen den Tee, (Larry sein Wasser) und mach so Picknick. Nach dem zweiten Spiel geht es um fünf wieder den gleich Weg zurück und bis wir unten sind, ist Andrea bereits aus Bern auch in Dübendorf.

Jetzt gehts zum Znacht und dann zum schreiben und Bilder präparieren. So geht der Tag am anderen Morgen um halb Zwei zu Ende.

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