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27. Mai 2010, 23:56
Weggefährten
Hast Du auch schon eine Schreibblockade gehabt? So, dass Du kaum Deine Fingerspitzen auf die Tasten des Lapptops hämmern kannst? Haben Deine Gedanken auch bessere Vermittlungs-gedanken gehabt? Mir jedenfalls geht es im Moment so. Müsste ich ein Buch schreiben - ich bekäme Panik. Woher kommt das? Wie lange geht das noch? Fragen über Fragen - aber keine Antworten. (Titelbild entstand auf der heutigen Fahrt von Eglisau Richtung Bülach)
27.5.2010 Brüttisellen, Schreibtisch (mk) Eigentlich kann ich mich nur freuen. Freuen über die kommende Zeit. Aber auch jetzt - gerade jetzt, läuft alles gut. Vielleicht ein bisschen viel Arbeit, doch dass gehört in der heutigen Zeit dazu.
Ich bin diese Woche neben dem täglichen Schreibkram daran, mein Büro aufzuräumen. So richtig mit der Schaufel. So ist auch wieder einmal mein Buchmnuskript in die Hände gekommen. Eine Geschichte habe ich da aufgeschlagen - davon möchte ich Euch was vorlesen.
Berlin ist eine Reise wert
Beim Abschied aus Dübendorf gingen mir so allerlei Gedanken durch den Kopf. Erinnerungen an frühere Zeiten wurden wieder wach. So hatte ich auch plötzlich die Reise nach Berlin im Kopf, die ich vor langer Zeit mit meiner Familie in die grosse Weltmetropole machte.
Les mots qui plerent sul le Murs
sondt de ma Race
Si, jamais vous le effacez
Leur sortilége reste
Je cries mes reste
Je cries mes ratures
Sur de Lemabeaux de Beton
entré les ots
Juste ce qu'il manque
Al'envers de ce decor
Pour un lever de rideau
ans un mur d'impasse
en lettres sufrees a la sauvette
Denis s.83
Dieses auf orangem Grund in tiefen schwarzen Buchstaben geschriebene Gedicht, fanden wir auf einem Betonteil, der Berliner Mauer.
Im Herbst 1984 unternahmen wir eine Reise nach Berlin, mit Abstecher in die DDR. Durch meinen Chef und Arbeitskollegen Rolf, der leidenschaftlich gerne Briefmarken sammelte, fand ich einen Brieffreund in der DDR. Wir hatten regen Briefverkehr und tauschten kräftig Marken aus. Auf Einlandung dieses Briefmarkenfreundes fuhren wir in den Herbstferien zu Besuch nach Berlin. Berlin geteilt in Ost und West, geheimnisvoll, mit einem unguten Gefühl dachte man an Spionagefilme, an eine verbotene undruchsichtige Stadt. Das aber Berlin eine Reise wert ist, war uns schon nach wenigen Stunden klar. Diese flächenmässig wahnsinnig grosse Stadt mit ihren Seen, Flüssen, Wäldern und reichen Sehenswürdigkeiten hat uns von Anfang an fasziniert. Der Zoo, eines der grossen Wahrzeichen Berlins, mit seinem wunderschönen Park, der Bärenzucht, dem Gorillakäfig, den tropischen Gewächshäusern , die wilden Tiere - dieser Zoo nahm einen ganzen Tag unserer Reise in Anspruch.
Aber vor dem Zoobesuch hatten wir eine lange Bahnreise hinter uns. Dreizehn Stunden hat sie gedauert. Von der Schweiz aus reservierten wir die Zimmer in einer Pension, die im Stadt und Hotelführer aufgeführt war. Um 2300Uhr gleich nach unserer Ankunft suchten wir die Pension sofort auf, mit den Gedanken im Kopf, endlich schlafen zu können. Die Türe zur Pension war bereits geschlossen. Auf unser Klingeln, öffnete erstaunt eine Dame die Türe und meinte erschrocken, soeben habe sie das Zimmer vermietet, mit uns hätte sie um diese Zeit nicht mehr gerechnet. Sie meinte dann, sie hätte ein wirklich nettes Zimmerchen. - Ja nur für eine Nacht, das würde schon gehen. Wir schliefen dann alle zusammen (zu Viert) in einem Bett. Zwei Köpfe oben, zwei Köpfe unten. Nachts glaubte ich zu hören, dass die Türe zu unserm Zimmerchen aufgegangen sei. Kurz darauf vernahm ich ein lautes Lachen im Gang. "Schau Muttchen hat das Zimmer doch noch vermietet! Am Morgen schauten dann alle beim Frühstück, wer denn das grosse Los gezogen hätte.
Trotzdem war es eine sehr gemütliche und nostalgische Pension. Mit viel Nostalgie, mit hohen Räumen die mir besonders gefielen und den unendlich langen Gängen - fast unheimlich wie in einem Schloss. Die Wirtin hatte aber üb erhaupt kein Problem mit unserem Zimmerchen. Sie machte uns im Gegensatz klar, dass es eine Ehre war in dieser "Suite" zu übernachten. Wenigstens war es gratis.........
Das Schwelgen in der Vergangenheit tut manchmal gut. So wie jetzt. Im Radio höre ich, die Hits vergangener Jahre des Eurovisions Song Contest. Unser Schweizer Beitrag hat ja wieder mal schon in der Vorrunde die Segel streichen müssen. "Er hätte zu wenig gelächelt, hätte gut gesungen, gute Perfomance gehabt - aber eben, nicht gelächelt - der Michael von der Heide.
Wie manchmal verlieren wir, weil wir es nicht übers Herz bringen trotzdem zu Lächeln? Wetten, dass ist Dir auch schon passiert? Manchmal ist es halt schwer gute Miene zum bösen Spiel zu machen - aber es lohnt sich meistens.
Ich hab ja geschrieben! Juhu!!!! Wohhhhhhhhhhhhhhhh! Klar, zwischendurch noch ein bisschen abgeschrieben. Macht nichts. Nun wünsch ich Euch allen eine gute Nacht und die Fortsetzung der Berlinreise folgt bestimmt.
Marcel
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Vor dem Kreisel nach Eglisau.

Eisenbahnbrücke bei Eglisau.



