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Marcel Krebs

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KLUBNACHRICHTEN

02. September 2010, 19:52

Jahrmarkt auf Rädern

Der Schweizer Markt verkauft die Fahrräder zu teuer

Heute am 1. September 2010, hat die Eurobike ihre Tore für das Fachpublikum geöffnet. Die Messe gehört mittlerweile zu einer der wichtigsten auf der Welt überhaupt. Mehr als 1000 Aussteller aus über 42 Ländern, zeigen ihre neuesten Produkte vom internationalen Fahrradmarkt. Die vergrösserten neuen Messehallen sind dafür in Friedrichshafen wie geschaffen. Klein hat die Messe mit Mountain Bikes vor vielen, vielen Jahren angefangen, als Köln noch die Drehscheibe in Europa war. Mittlerweile hat Friederichshafen, Köln verdrängt und zum Statistendasein gezwungen. Wer aber glaubt, es hätte viel neues auf dem Markt gegeben, der wird entäuscht sein. Verbesserte Elektrobikes und kleine Aenderungen bei den grossen Herstellern - sonst nichts. Titelbild Inverse Sportswear. (Alle Fotos Sport-heute.ch)

Friedrichshafen, 1.9.10 mk (mk) Integrationen am Velo

Das Licht und bald sämtliches Zubehör ist bei den modernen Fahrrädern irgendwo ins Gestänge integriert worden. So sind Licht, Tacho etc. im Schutzblech oder im Lenker zu finden - analog den Motorrädern. Die Elektrofahrräder haben am meisten News zu bieten. So ist es bereits möglich, gegen 200km ohne den Akku nachzuladen auszufahren. Dementsprechend ist auch der Preis. (Wir werden noch detailliert darüber berichten)

Shimano enttäuscht grösstenteils

Shimano präsentiert eine eigene Elektroreihe, die am bestehenden Fahrzeug montiert werden kann. Zerreist allerdings mit dem Aussehen und der Technik keine grossen Stricke. Diese Reihe dürfte aber als Massenprodukt dennoch Anklang finden, da man es auf alle Rahmen montieren kann.

Die Italiener sind stehen geblieben

Auf dem Rennvelosektor fällt auf, dass die italienischen Hersteller stehen geblieben sind. Und dies nicht erst heute sondern bereits seit Jahren. Sie haben den Trend verschlafen. Wenn das nur gut geht!

Kleider, Girls und Modeschau und ein Lichtblick

Bei der Bekleidung gibt es mittlerweile an die hundert Marken. Dennoch kann keine ganz brillieren. Besonders die Grossen haben wenig gescheites gebracht. Die neuen Campagnolo Linie ist ein trauriges Beispiel. Shimano gefällt höchstens mit Eintönigkeit und schlechten Designs. Einfalslosigkeit beherrscht die Sportswear-Szene, dies mit wenigen Ausnahmen.

Inverse, die kleinen Spanier mit der grossen Inovation

Neben all den bekannten Marken wie Gonso, Crat, Gore, Shimano und noch dutzende Anderen, sticht eine kleine spanische Firma heraus. Inverse (das Logo in Spiegelschrift) bringt frischen Wind und Stil in die trübe Radszene. Im schlichten Weiss und wenig Schwarz sind sie ganz eindeutig jetzt schon die Gewinner. Ihre modischen Bekleidungsstücke sind nicht nur funktionell auf dem Höchststand, man fährt in diesen Sportkleidern auch äusserst bequem und auch nicht wie geschneiderte Pinguine über die Landstrassen.

Das Stadtvelo könnte der Renner werden

Die Velokuriere machten es vor. Starrlauf und nur eine Bremse. Dazu ein leichter Rahmen und integriertes Licht. Mit diesem Vehickel könnte die Branche einen Volltreffer landen oder wenigstens die, die solche Räder anbieten. Viele Städter haben es nämlich satt, sich mit ihrem Auto durch die verstopften Strassen zu zwängen. (Siehe Bild Tange Velos)Doch auch so ein Ding kostet an die 4-5000 Tausend Schweizer Franken.

Wohin führt der kommende Trend?

Das Fahrrad ist heute zum "zweiten Auto" geworden. Doch aufgepasst! Nicht jeder kann sich ein Luxusmodell leisten. Hin zum Luxus führt der Gedanke der vielen Produzenten. Es wird heftig auf gut Glück mit viel Luxus produziert. Dies genau könnte sich in absehbarer Zeit zum grossen Bumerang erweisen. Wenn man bedenkt, dass die Grossisten es immer noch in grosser Anzahl mit Kleinhändlern zu tun haben, die wenig finanzielle Spatzung haben. Noch vor zehn Jahren war das durchschnittliche Einkaufsbudget der Kleinhändler im 50-100.000 Tausender Bereich. Heute, bei der Preisklasse der neuen Luxusliner, bewegt sich dieser Einkaufspreis bereits um die 100.000 - 200.000 Tausender Marke - je nach Grösse. Solche finanziellen Mittel kann nicht jeder bereithalten, verschweige denn bei den heutigen Verhältnissen bei der Bank beschaffen.

Die Händler (in der Schweiz) sind am Anschlag (Quelle bekannt) - Die Grossisten lassen die Preise oben! - Der Preisüberwacher ist entsetzt!

Viele Händler sind überschuldet

Viele der Velohändler in der Schweiz sind überschuldet und müssen für horrende Kontokorrente bei der Bank unmengen von Geld zahlen. Bei den kleinen Margen von 20%, wo der Kunde noch zusätzlich einen Rabatt will, liegt nicht mehr viel drinn. Zudem stehen die Händler nicht nur bei den Banken, sondern auch bei ihren Grossisten böse in der Kreide. Der Fahrradumsatz stagniert. Auch wenn die Schweizer Wirtschaft ein Plus von einem Prozent verzeichnet, verkaufen die Händler ehrer weniger Fahrräder. Entscheidend wird der Vororder im kommenden Herbst, also nach der Messe sein. Der grosse Deal ist ein Teufelskreis. Bestellen die Händler nichts oder weniger, so sitzen die Grossisten entweder auf einem grossen imensen Lager. Bestellen sie weniger, dann müssen sie zu höheren Preisen bei ihren Lieferanten einkaufen. Den höheren Einkauf könnten sie aber locker verkraften, wie auch ein grösseres Lager. Aber ehrlich gesagt, verkraften können sie dies bei den Preisen noch lange.

Der Preisüberwacher empfiehlt im Ausland einzukaufen!

Die Preistreiberei im Velohandel ist auch längst dem Schweizer Preisüberwacher Stefan Meierhans bekannt und einer der Dorne im Auge. Er empfiehlt ganz offen ganz einfach im Ausland sein Fahrrad einzukaufen. Dies sei legal und schade der Wirtschaft überhaupt nicht, so Meierhans. Im Gegenteil, es zwinge die Importeure über die Preise nachzudenken und den Schweizer Markt somit wieder neu zu beleben.

Der Grossist gibt die Währungsmargen nicht weiter

Der Hund der hohen Fahrradpreise liegt in der Schweiz beim Grossisten begraben. Der Grossist ist der Verursacher der Preistreiberei, der Vater und der Führer der Branche. Hier dürfte man aber vom Führenden auch klar die Weitergabe bw. von Währungsschwankungen erwarten. Im Ersatzteilbereich werden immer noch Margen von 40-100% draufgeschlagen - wohlverstanden für den Händler und dies ohne rot zu werden. Dieser will dann schlussendlich auch noch was verdienen und gibt auch noch mal 30-40% dazu. Dabei zeigt der Preistrend für Velos gerade in der Schweiz eher nach oben, als nach unten. In Zukunft werden auch die Grossverteiler, also Grossisten, aber nicht mehr drumherum kommen, die Preise nach unten zu setzen. Lassen sie keine Federn, ist ihr Untergang jetzt schon prophezeit. Der Kluge geht nämlich bereits jetzt schon ins nahe Ausland. Entlang der Grenzen gibt es gute und mit allem ausgestattete Velohändler, die auch alle gewünschten Marken führen.

Wer ein tolles Fahrrad kaufen will - der postet es am besten im nahen Ausland! - Und spart zudem noch mit der Währung!

Die Preise für Markenräder liegen in Deutschland im Schnitt bw. 20% - zu 40% unter dem Schweizer Verkaufspreis. Noch billiger und dies bis zu 35% und mehr unter dem Schweizerpreis, bekommt man die besten Bikes über Internetshopes. Es gibt mittlerweile sehr serjöse und zuverlässige im deutschen Raum. Zudem erhält jeder Käufer bei Verzollung mit dem Ausfuhrschein beim nächsten Kauf die Mehrwertsteuer 19% zusätzlich zurück!

Die Rechnung geht zum Schluss für den Schweizer Velohändler längst nicht mehr auf

Die Händlerrechnung geht nämlich längst nicht mehr auf. Der Händler verdient einzig noch an den Reperaturen. Bei den Fahrrädern legt er ganz einfach drauf, weil er von dem Mindestmaass an bestellten Fahrrädern 20-30% nicht verkauft. Diese Fahrräder muss er in der neuen Saison als Altmodelle mit Einschlag weitergeben oder diese Räder ganz einfach als Ladenhüter in die sonst schon übervollen Ausstellflächen stellen. Dort häuft sich langsam ein zweites Lager aus den letzten sechs bis sieben Jahren an, den wenn der Kunde schon kauft, dann will er das aktuellste Modell.

Die Grossisten sitzen an den Schaltstellen in den Verbänden

Der Witz an der ganzen Sache ist, dass in praktisch allen Verbänden, Grossisten am Steuer sitzen. Auf der einen Seite könnte man sagen - sie schaufeln ihr eigenes Grab - auf der anderen Seite werden sie aber sicher nicht die Preise senken so lange der Händler auf ihre Ware angewiesen ist. Bald könnte sich aber einiges ändern. Der Händler kann heute schon auf anderen Kanälen seine Fahrräder einkaufen.

Im Internet stehen ihm genügend Lieferanten zur Verfügung um der einheimischen Velolobby das Bein zu stellen. Die meisten Händler sind aber zu bequem dazu, etwas Neues zu probieren. Der Schweizer Velohändler ist einfach zu unflexibel um sein angeschlagenes Budget zu verteidigen oder gar zu verbessern. Lieber bestellen sie was ihnen vorgeschwatzt wird, auch wenn sie genau wissen, dass sie nie alles verkaufen können. Und so werden die Kleinhändler wie bisher wieder schlaflose Nächte haben und darüber nachdenken, wie sie die Rechnungen bezahlen sollen. Es liegt also neben dem Konsumenten auch am Händler jetzt zu handeln.

Marcel Krebs für Sport-heut.ch

Leserkommentare (0) »

Modisch, frisch und funktionell. Die kleine spanische Marke inverse kommt ganz gross!

Die Firma Tange aus Taiwan ist bekannt für Hightech zum Preis den man noch bezahlen kann. Tange präsentiert als eine der wenigen Firmen hautnah, Top Modelle zum Top Preis und Top Inovativität.

Das zukünftige Stadtvelo. Titan Rahmen, Starrlauf und Vorderbremse. 6kg schwer und....mit blauer, grüner, roter oder gelber Kette.

Der Rolls Roys unter den Tourenvelo. Seven. Der amerikanische Kleinhersteller, der jedes Fahrrad individuell kreiert, bietet viel, verlangt aber auch etwas. Dieses Modell ist in etwa für 11'000 Sfr. zu haben. Reynolds Rahmen, Rohlof Schaltung, Handgefertigter Titanlenker. Holzschutzbleche! und handgeschmiedete!! Felgen. Dazu hat er einen vorderen speziellen Titangepäckträger. Man kann aber auch noch weitere Gepäckträger nach Maass bestellen. Licht etc. alles integriert. Speziell gefertigte Continental Pneus.

 

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