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14. September 2010, 09:38

Swissboxing women, never give up! 


Es wird international und an Meisterschaften anders geboxt und gewertet. Das ist ein Fazit welches vor allem die beiden Damen Tashi "le serpent" Tsering und Sandra "Story" Steiner, die beide ihre Reise selber bezahlt haben (mit der Unterstützung ihrer Vereine), bitter zu spüren bekamen. Der Druck, welcher auf die beiden Neulinge lastete war zu gross. Unbedingt Resultate zu liefern, und auch nicht umsonst hierher gereist zu sein schwirrte in ihren Köpfen. Das Anpassen auf den internationalen Boxstandard, der sich auch von Meisterschaft zu Meisterschaft verändert, braucht Zeit, Geduld und vor allem viel Arbeit.

Barbados, 13.9.10 AG (mk) Diese hat sich Sandra "the Silence" Brügger bereits vor 4 Jahren aufgetragen. Ihr Erster internationaler Kampf gegen eine Russin dauerte damals eineinhalb Runden und wurde Aufgrund Overscore abgebrochen. Seither trainiert Brügger intensiver und mit grösserem Ehrgeiz.

Die Resultate gaben ihr Recht. Ihr Erstrundenout an dieser WM ist kein Drama, da sie knapp gegen eine ebenbürtige Konkurrentin ausgeschieden ist. Ihre Chancen auf Olympia sind immer noch im Takt. Der Kampf wurde übrigens auf dem Barbados TV-Kanal gezeigt, und fand grosse Beachtung. Brügger gehört mitunter zu den 15 besten Boxerinnen der Welt. Gegen die Ersten acht ist Zurzeit kein Kraut gewachsen. Dafür müssten finanzielle und zeitliche Dispositionen wettkampffreundlicher gestaltet werden und zudem die Wettkampffrequenz erhöht werden.

Gegen die anderen Zehn Boxerinnen steht Brügger auf gleicher Höhe, was auch beachtlich ist, wenn man bedenkt, mit welchem Settings die andern Arbeiten können. Profiähnliche Trainingszustände, andauernde Betreuung, Incl. Physio, Arzt und individuelle Experten, Trainingzentren, Sparrings- und Kampfhäufigkeiten, und das alles noch mit einem Lohn. Davon träumen unsere Damen seit langem und werde dies auch weiterhin tun müssen. Nicht desto trotz scheitern auch gutausgerüstete Teams an dieser WM, dies ist jedoch kein Grund um nicht mehr in unsere Arbeit zu investieren.

Das die Damen nicht der schönen Insel wegen hierher gekommen sind, zeigt auch die Tatsache, dass sie jeden Morgen nach ihrem Ausscheiden weiterhin um halb sechs aufsehen, Joggen und Ihre Trainingseinheiten absolvieren. Es werden täglich noch Sparrings abgehalten, Alternativen hat es nach jedem Turniertag mehr.

Als Coach sind solche Ergebnisse, rein nüchtern betrachtet, kein Honigsirup und kratzen auch am Stolz. Wer will schon nicht gewinnen. Ich weiss jedoch was meine Damen geleistet haben, mit welchem Hintergrund und Erfahrung sie hierher gekommen sind und mit welchem Einsatz sie bis anhin und immer noch arbeiten. Die WM hat sich auf alle Fälle für jede Einzelne gelohnt, insofern nur solche Erfahrungen Sportlerinnen sowohl sportlich wie auch menschlich weiterbringen. Wo sonst kann man solche Erfahrungen leben? Dies ist unbezahlbar und wird sich auch für das Schweizerdamenboxen langfristig ausbezahlen. Kurzfristig müssen sie mit dem Nimbus als Verliererinnen leben.
Sie sind für mich ganz klar kleine Heldinnen. Die Schweiz kann stolz auf sie sein. Ich bin es auf alle Fälle.

Einen Dank geht an Swiss Boxing, welch diese WM ermöglich hat, an die Vereine und Trainer,welche diese mit allen Mitteln getragen haben, an Freunde, Familien und Fans deren Unterstützung uns getragen hat sowie an die Medien-schaffende die an uns geglaubt haben.

We never give up!
Angelo Gailina
Nationaltrainer, Swissboxing, Women

Zu den Kämpfen:

> >Sandra Brügger
Sandra "the silence" Brügger hat ihren Erstrundenkampf gegen die Bulgarin Eliseeva knapp mit 8:9 verloren. Maximalen Respekt dem "silence" welche einen emotional und intensiv starken Kampf geführt hat und in der letzen Runde noch einen 2 Punkte Rückstand aufgeholt hatte und Sekunden vor Schluss einem Punkt kassierte und nachsehen hatte. Die Bulgarin war amtierende Vizeeuropameisterin und Sandra ebenbürtig. Super Kampf, Super Einsatz. Ein besserer Start hätte Brügger sicher den nötigen Schwung gegeben. Das Brügger nach den Punktwertungen aller Ringrichter einzeln mit 3 zu 2 gewonnen hat, zeigt, dass dies ein knapper Kampf gewesen ist. Entscheidend ist und bleibt jedoch das Endergebnis.

60 kg ELISEEVA Denitsa BUL vs. BRUEGGER Sandra SUI PTS 9:8

Tashi Tsering
Tashi "le serpent" Tsering boxte gegen die aus El Salvador Kämpferin bis in die letze Runde auf gleicher Höhe. Zum Schluss hat sie noch drei Punkte eingeschenkt erhalten und ging mit 1 zu 5 aus dem RIng. Tashi legte eine tadellose Vorbereitung hin, wo sie mit den besten Boxerinnen der Welt mithalten konnte. Wir wissen auch, dass nur der Kampf zählt. Geht leider nicht immer alles auf. That's Boxring. Der Druck, Ergebnisse zu liefern, allen da draußen zu zeigen, dass das was man geleistet hat sich auch in Siege umsetzen lässt, war hoch. Tashi musste zudem eineinhalb Stunden in Boxbereitschaft auf ihren Kampf warten. Die Ringrichter hatten gestreikt aufgrund der Tatsache, dass sie 3 Tage kein Wasser im Hotel hatten. Verständlich für diese, trotzdem bitter für meine junge Boxerin.

51 kg TASHI Tsering (Sui) vs PENA Yajaira El Salvador ESA PTS 1:5

Sandra Steiner
Das war hartes Lehrgeld für die selbstbewusst angereiste Sandra "Story" Steiner. Mit einer Kampfbilanz von 20 Siegen bei 5 Niederlagen darf man sich berechtigt auch kleine Ziele setzen. Diese wurden schon nach dem Ersten Kampf bereits gelöscht. Sie scheiterte gegen die Deutsche Maike Kühner mit 1 zu 10 Punkten. Wie bei Tashi zuvor war hier im Ring eine andere Stony zu sehen als Tage zuvor im Sparring oder im Training. Plötzlich geht nichts mehr, nur noch einfache Bewegungen und ein paar Fäuste. Die nötige Abgeklärtheit kann noch nicht da sein, wie auch, war es Steiner erstes grosses Turnier. Steiner hatte nach dem Kampf das Gefühl noch gar nicht gekämpft zu haben. Sie habe noch genügend Energie für einen weiteren Kampf meinte sie. Bittere Enttäuschung folgte. Verständlich.

57 kg STEINER Sandra (Sui) vs KÜHNER Maike (D) PTS 1:10

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