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25. September 2010, 11:11
Gefangen im Tösstal
Ein wunderbare Wanderung mit Tücken
Ich glaube - es war der letzte schöne warme Sommertag. Es ist ja auch schon bald ende September. Nochmals die kurzen Hosen montiert und ab gings mit dem Zug ins Tösstal. Mit Halbtax und 9-Uhr Pass eine recht günstige Angelegenheit. Freie Fahrt auf allen Strecken des ZVV. Ich habe diesmal Fischental aus Ausgangspunkt meiner Wanderung gewählt. Vielleicht hat auch mein Unterbewusstsein diesen heutigen Tag mitbestimmt. Eine Fahrt durch meine Vergangenheit.....
Brüttisellen, 24.9.10 (mk) Die Stationen und Landstriche die der Zug durchfuhr waren nämlich alles Orte, wo ich aufgewachsen bin und meine ersten Sporen in der Wirtschaft abverdient habe. Hier bin ich auch zur Schule gelaufen - habe meinen schweren Unfall gehabt - eine glückliche Jugend trotzdem verbracht und erstmals mit meiner zukünftigen Frau einen bunten Abend mit Kliby erlebt.
Ein Film aus der Vergangenheit
Es ist schon irgenwie eigenartig, wenn man mit dem Zug in seine Vergangenheit zurückfährt. Was sind das für Erinnerungen, da! in dem Haus bin ich aufgewachsen....Hier! sind wir immer übers Bahngeleise geschlichen und milimetergenau an der Brücke neben der es tief ins Tobel geht vorbeigezirkelt. Mutproben haben wir das damals genannt.
Aussteigen und hinauf Richtung Scheidegg
Der tolle Ausflug in die Vergangenheit entlockt einem so allerhand Erinnerungen. Doch im Turbo ertönte die sympatische Stimme der Sprecherin....Fischental.... Aussteigen und dann wohin? Doch gleich beim Bahnhof sind am Strommasten so viele Wegweiser angeschlagen, dass man ja fast die Wahl der Qual hat. Noch schnell am Selectakasten ein Cola - hätte ich gerne gehabt, der blöde Kasten allerdings nicht. Er gab mir jegliches Geld, dass ich reinwarf - ganz freundlich aber bestimmt zurück.
Also ohne Getränk hinauf. Nach einer 400m langen Einlaufrunde hat man die Wahl der Qual. Man nimmt den einladenden Weg links von der Strasse ab oder marschiert auf der Strasse weiter. Was liegt näher? Klar, der hübsche Weg, der im Gebüsch verschwindet - sich aber nach kaum zwanzig Metern als schier unüberwindbare Mount Everest Treppe erweist. So schlich ich mich langsam den Berg hoch. Der Vorteil ist dabei, man hat einen prächtigen Ausblick auf Fischental. Die Ruhe hier oben - die Sonne - das Wetter ganz einfach...Brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr....
brummmmmmmmmmmmmmmmm tsch....schnatter......klapper..... Lange überlegte ich, kommt da etwa ein Bauer mit Walze den Berg hoch? Falsch geraten. Es war Ueli Maurers Panzerarmee, die über die Mittagszeit!!!durch das Tösstal raste. 40 schwere Panzer ratterten da durch die idyllische Landschaft. Das hörte man bis hier rauf - verschweige denn, wie es dort unten nach Benzin stank und die Teller auf dem Küchentisch vibrierten.
Weiter rauf - immer weiter. Für Flachlandberge ziemlich steil! Jedenfalls kam ich aus dem schnaufen wie das einer der durchratternden Panzer kaum heraus. Und Wasser? Bisher Fehlanzeige. Larry hatte es da einfacher - die Bächlein die links und rechts der Strasse ihr Wasser ins Tal trugen, die waren leider nicht allzu ergiebig und sollte ich mich auf den Boden legen und daraus schlürfen? Ich verzichtete darauf und schwitzte weiter. Wenigstens die Pfunde lösten sich so in Wasser auf.
Nach dem letzen Weiler ein mystischer Pfad
Nach dem letzten Bauernhaus gehts fast senkrecht nach oben. Natur pur! Keuchend kämpfe ich mich Schritt um Schritt in die Höhe. Die Passage wird enger und die Sonne scheint nur noch knapp zwischen den Bäumen durch. Irgendwie werde ich ungruhig. Der Hund läuft voraus und beginnt sich aufeinmal zu wälzen und königlich im Dreck zu drehen. Nach fünf Minuten steh ich vor einer Waldlichtung. Die Energie ist jetzt so stark - es knistert förmlich in mir. Noch ein paar Schritte weiter und ich steh vor der Tür: "Aufgepasst, Mutter mit Jungtieren - gehen Sie nicht zu nahe daran vorbei aber bitte zügig. Die Mutterkühe können gefährlich sein." Diese im bleichen Grün mit weisser Aufschrift gehaltene Tafel markiert nun einen Engpass. Ich nehme Hundchen an die Leine und wir gehen durch. Schon von weitem sehen wir die Herde. Sie sonnt sich genau auf dem Pfad. Cool, sage ich mir. Also machen wir einen Bogen und müssen durch unzählige Kuhfläden waten und stehen oh Schreck, plötzlich vor der Mutterkuh mit ihren beiden Jungen. Sie liegt im Gras und sonnt sich - die kleinen liegen eng an ihr und schauen uns beide mit grossen Augen an. Entweder habe ich eine unglaublich liebliche Ausstrahlung oder die Kuh war einfach zu müde. Sie schaut uns beide mit lieblicher Miene an und bleibt ruhig liegen.
Die zweite Prüfung
Nach dem Gang durch die Kuhfläden kommen wir wieder an einen solchen Elektrozaun. Hier steht aber nichts. Doch von weitem werden wir bereits von jungen Pferden erwartet. Sie stehen ebenfalls mitten auf dem Pfad und flüchten bringt hier überhaupt nichts. Ich meine es gut und rede mit Ihnen. Das passt aber Larry überhaupt nicht und der, der sonst nur alle Schaltjahre bellt, beginnt laut an zu bellen. Die Pferde scheint das aber überhaupt nicht zu stören, im Gegenteil - sie kommen näher und beschnuppern uns, was meinen kleinen Blessli in grosse Aufregung versetzt und ihm überhaupt nicht passt. Doch die Pferdchen sind so anhänglich, dass wir noch stundenlang mit ihnen die Zeit hätten vertreiben können. Wir ziehen weiter.
Falscher Pfad und falscher Gipfel
Wandere niemals ohne Karte und lasse den Hund niemals den Pfad bestimmen. So bin ich als Zugabe dem Hund hintennach 200 Höhenmeter aufgestiegen und zweihundert Höhenmeter abgestiegen, wohlverstanden auf einem fürchterlichen Pfadgetrampel.
Hier halt - Holzschlag!
Der Wegweiser zeigt schon an, zum Scheidegg Restaurant noch 15 Minuten. Die Absperrung macht uns beiden aber einen Strich durch die Rechnung. Wir müssen einen Umweg machen und wandern weitere 60 Minuten durch den Wald und steil hinauf auf die Scheidegg. Da nützt fluchen und alles nichts. Larry hatte da nichts einzuwenden.
Endlich auf der Scheidegg
Nach über 3 Stunden kommen wir oben an. Wauu...........Ich bin fix und fertig. Ein glattrasierter Buureschüblig für 9.50 verschlingen wir mit Genuss im Verhältnis 3:4 für Larry. Ein wunderbarer Tag, ein Genuss - einfach herrlich. 2 Cola und eine 50 Minütige Rast - dann gehts noch gegen 2 Stunden bis Wald alles hinunter. Blattern habe ich keine bekommen aber den sogenannten "Knieschlotteri" der Wanderanfängerkategorie habe ich mir eingefahren. Und, so gegen Schluss auf der Zielgeraden zum Bahnhof, läufst du wie auf Spiegeleiern oder etwa gleich wie du unter jedem Schuh zweihundert Kieselsteine grosser Grösse hättest.
Marcel
Die Musik dazu
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Wir verlassen Fischental (Larry und Ich) und erklimmen nach etwa vierhundert Metern eine brutale Steigung, die uns rasch in die Höhe bringt.

Das Tösstal hat viele mythische und geheimnisvolle Plätze. Wer die Verbundenheit mit der Welt sucht, wird hier zweifelslos fündig. Die Konstelationen erfährt man jedoch erst, wenn man eine dieser geheimnisvollen Wanderrouten betritt.

Die Wälder sind im tiefen inneren des Tösstales ganz speziell. Wild strahlen sie eine Faszination aus wie kaum anderswo. Hier bist du ganz sicher deinen Gedanken - und deinem Wieos und Warum sehr nah.

Kein Auge für müde Wanderer.

Hier sprüht die Energie. Der ideale Ort um zu meditieren. Wer hierher will, muss allerdings durch gefährliches Gelände "Mutterkühe" wandern.

Sie bewachen den Platz. Eine Herde wilder Pferde. Doch es sind ganz, ganz zahme Geschöpfe mit viel Sinn für nahe Kommunikation.

Sind sie nicht süss? Auf diesem Flecken Erde ist vieles anders. Du spürst die Energie. Dieser Kraftort ist beeindruckend.

Mutterkühe mit anderen Gedanken als sich auf Wanderer zu stürzen.

Das Gelände sieht sehr "zauberhaft" aus. Ganz hinten sind die Tiere.

Und auch der Berg, wo mich Larry hinaugehetzt hat, der Huttkopf mit seinen 1233 Metern wird bewacht. Sehr zutrauliches Höhentier.
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