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Laryssa Lenz

08. Oktober 2010, 00:38

Allein

Vielleicht ist es Ihnen auch schon so passiert. Es ist Mitternacht und Sie können noch immer nicht schlafen. Irgend etwas macht Sie unruhig. Es ist die Angst vor etwas, dass unmittelbar auf Sie zukommt. Was ist es nur? Sie wissen es nicht, doch Sie fühlen es. Fast wie die Nacht der Finsternis. Draussen ist es schon längst vollständig dunkel. Die letzten Strassenlaternen haben gelöscht.

Brüttisellen, 7.10.10 mk (mk) In solchen unheimlichen Zeitabschnitten, kommen mir manchmal die unmöglichsten Erinnerungen hoch. Begegnungen. Irgendwo da draussen lauert das Böse, das Allmächtige - das, was grosses Unheil anrichten möchte. Jetzt würde ich keinen Fuss vor die Haustür setzten. Nie! Den gleich hinter der nächsten Hecke könnten sie stehen - die, die das Unheil bringen wollen.

Ich wache auf - träume ich, habe ich geträumt? Ich bin nass, nass vom schwitzen. Irgend etwas hat mich unruhig gemacht. Irgend etwas hat mich geweckt. Was ist das? Was war das? Ich lausche - höre nichts. Ich hab sie doch gesehen! Männer mit bösen Gesichtern und Frauen mit grausigen Fratzen.

Ja, es war ein Alptraum. Jetzt merke ich es. Ein grauenhafter Alptraum. Ich zittere, alles geht mir durch Bein und Glieder. Ich gehe wieder ins Bett und versuche zu schlafen. Es geht nicht! Sie kommen immer wieder.

Doch irgendwann springen meine Gedanken auf ein Erlebnis im August. Da lagen wir mitten in den Bergen im Zelt. Wir hatte es auf einem kleine Zeltplatz aufgebaut. Spät kamen wir nach Hause. Es regnete, noch nicht so fest. Wir schlüpften ins Zelt, dass bis dahin recht trocken geblieben war. Hundchen durfte bei diesem Wetter auch rein. Wir machten unsere Schlafplätze mit Gummimättchen und Decken und nochmals Decken zum warmen Nest. Es war richtig romantisch. Mit unseren Stirnlampen leuchteten wir nach draussen, dorthin wo es immer stärker zu regnen begann. Vorsorglich nochmals Plöcke kontrollieren und dann ab ins Bettchen. Lichter löschen. Hundchen drückte sich fest an mich. Dass macht er in solchen Situationen immer. Und dann die Nacht. Noch nie habe ich mich so wohl gefühlt. Der Regen der aufs Zeltdach klopfte - ganz himmlisch. Mittlerweile wurde das Wetter immer mieser und es regnete so fest, dass wir dachten - gleich sind wir nass. Doch nach einiger Zeit hörte es wieder auf in diesem Tempo niederzuprasseln und der Regen wurde leiser.

Drei - ja viermal hat sich dies in der Nacht wiederholt und jedesmal war es ein ganz tolles Gefühl hier im Zelt auf dem Trockenen zu liegen und der Natur zu lausen. Ganz einfach wundervoll.

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