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20. Oktober 2010, 08:52
Doping macht muntere Milchmänner arbeitslos!
Der Untergang der Männer in den Pedalen
Eines der allergrössten Profi Radsportteams - das deutsche Nordmilch Milram Team - streicht endgültig die Segel. Nachdem der Nordmilchfahrer, der Belgier Roy Sentiens es als letzter in die Dopingliste geschafft hat, war es einer zuviel, der als Oberdoper erwischt wurde. "Auch in der Wirtschaft sind keine Zeichen vorhanden, dass wir weiter machen sollten" sagen die Nordmilch Verantwortlichen. Der Radrennsport hat sich selber und stetig dahin geführt, dahin, wo wir heute stehen - im Abgrund einer versauten Sportart, für die sich keine "Kuh" mehr interressiert. Sie ist für Werbung etc. völlig uninterressant geworden, weil die allermeisten Siege mit Gaunereien zu stande kommen. (Foto Deutsche Nordmilch - Milram Team)
Brüttisellen, 20.10.10 mk (mk) Mit dem Milram hört eines der hochdotiertesten Rennteams auf. Ca 12-15 Millionen wurden jährlich ins Team gebuttert. Stars wie Markus Fothen, Linus Gerdemann oder Fabian Wegmann werden ihren Ruhestand antreten müssen. Haben will sie keiner mehr. Das Aus ist endgültig. Mehrere Male haben die Nordmilch-verantwortlichen, trotz Dopinggeschichten ihren Fahrern den Rücken gestärkt. Doch ein weiterer Fall war zuviel.
In der Schweiz macht man munter weiter....
Der Rennstall von Multimillionari Andy Rhis macht dagegen mit seinem BMC Team munter weiter. Man stand in der abgelaufenen Saison den führenden Doper keineswegs nach, man hatte selbst welche mit klingenden Namen in den eigenen Reihen. Dies scheint aber niemand zu stören.
Die UCI (Weltverband) machts vor - wie man's nicht machen sollte
Gespannt dürften alle auf die Strafe an Alberto Contador sein, dem gedopten Dopingsünder und Sieger der Tour de France. Man munkelt, dass die UCI ihn nur für 3 Monate sperren will - rückwirkend, dass wären dann genau die 3 Monate wo kein Schwein Rennen bestreitet. Dagegen wird die WADA aber so oder so Einspruch erheben und den Fall an den internationalen Sportgerichtshof CAS weiterziehen. Contador dürfte da seine 2 Jahre bekommen, wo er Fischen statt Radfahren kann. Dem ist auch gut so. In Italien hatte der Spanier vom olympischen Komitee schon längst ein Startverbot, und musste bei einem Start befürchten, verhaftet zu werden. Contador fuhr ja im gleichen Kasachischen Team wie die erwischten Winokurov und Co. Auch Armstrong pedalte dort umher und hat ja in der Zwischenzeit die amerikanischen Fahnder an der Pelle.
Die Fans verlassen das sinkende Schiff
Auch wenn im Moment noch einige Teams überleben, so ist auch ihr Untergang längst schon prophezeit. Die neuen Generationen von Firmen distanzieren sich mächtig vom Radsport. Zudem verlassen die Fans in Scharen die versaute Sportart.
Auch Mountainbikesport betroffen
Auch die Mountainbiker sind wieder in's schiefe Licht geraten. Die vierfache Weltmeisterin Fullana aus Spanien fuhr diesen Herbst nicht mit Muskeln sondern mit EPO. Überhaupt scheint Spanien das allergröste Doperparadies zu sein. Gleich fünf Dopingfälle wurden seit Juli publik.
Wie stehts auf den Winterbahnen?
Auch im Sechstagezirkus gehen regelmässig Stars ins Doping-Netz. Nur hier würden weniger Kontrollen gemacht, sagt man hinter vorgehaltener Hand. Auch hier haben 6 Bahnen in Europa die Segel gestrichen. München das wohl zugkräftigste aller Sechstagerennen, findet nicht mehr statt. In Berlin will man noch einmal zuwarten, aber wenn's nicht Millionen regnet, wird im nächsten Januar das allerletzte mal um die Wuststände gekurvt. Die negativen Dopinggeschichten, werden mit Sicherheit in diesem Sechstagewinter weniger Zuschauer an den Pistenrand locken. Davon wird auch Zürich nicht verschont bleiben. Ob da bw. mit einem mittelmässigen Liedchen aus der Schlagerbranche Fuore gemacht werden kann, und das Desaster des laufenden Radsportjahres abgewendet werden kann, wird sich noch zeigen. Die Zeit des Saufens und Jubilierens ist nämlich längst vorbei. Was Zuschauer wollen ist guter, fairer und sauberer Sport und kein vorgaukeln einer heilen Welt, die es wohl gerade im Radsport noch nie gegeben hat. Da helfen auch Herz-Schmerztöne reichlich wenig.
Der Nachwuchs fehlt
Nicht der Dopingnachwuchs fehlt, der ist in grosser Zahl vorhanden, sondern die Jungen und Mädchen fehlen, die sich überhaupt noch für Radsport interessieren. Die Veloclubs und Radsportverbände kämpfen mit markantem Nachwuchs und Mitgliederrückgang. Da wird spätestens in zwei, drei Jahren ein zweistelliges Millionenloch an Migliederbeiträgen nur schon in der Schweiz fehlen. Die Frage: "Wie sollen wir Rennen veranstalten,wenn wir keine Fahrer haben?" wird immer schneller ins Gespräch kommen.
Radquer wird in der Schweiz zum Desaster
Gerade mal 11 Rennen stehen in der laufenden Saiso 10/11 auf dem Programm. Davon sind die Meisten nur mit Schweizer Beteiligung. Und wenn man bedenkt, dass am vergangen Sonntag in Aigle die gesamte Weltelite gefahren ist, müsste man sich fragen: Woher haben die Veranstalter die vielen Millionen, die die Stars kosten? Dem war aber nicht so. Selbst der amtierende Weltmeister Zdenek Stybar aus der Tschechischen Republik ist für ein Butterbrot an den Heimatort der UCI gekommen um sein diesjähriges bedeutend kleineres Budget aufzubessern. Und wenn an dazu bedenkt, dass der beste Schweizer 23. geworden ist, sieht man auch, welchen Leistungsstand (ard) wir im Schweizer Fahrerlager haben.
Fehraltorf gibt auf und Uster gibt auf - und weitere werden nach der diesjährigen Austragung folgen....
Der ehemalige Profi Jan Ramsauer veranstaltete das Fehraltorfer Radquer, hat inzwischen aber entnervt aufgegeben. "Nur noch, wenn ich nächstes Jahr die Schweizermeisterschaften bekomme, wage ich es noch einmal. Es ist ein totaler Frust mit Radsport auf Sponsorensuche zu gehen." Auch in Uster fehlt die Kohle. Weiter Radquerstationen werden spätestens nächstes Jahr folgen, wenn ebenfalls keine Fans mehr kommen. Den ein wirklicher Animator wie es einst Albert Zweifel im Radquersport war, wird es nie mehr geben, dafür ist es endgültig zu spät.
Marcel Krebs
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