Freitag, 25. May 2012, 17:37:51 Uhr


Google Plus

TWITTER

Facebook

Geschichten die das Leben schrieb

Alle Spiele AMF

schwiizerland

MARATHON

SAILING VIDEO

Marcel Krebs

Snowboard-Channel 2011-12

KLUBNACHRICHTEN

28. Oktober 2010, 22:40

Mittagsspaziergang

Vom Hexenwald und anderen verrückten Orten

"Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute, seht euch an, was uns die normalen gebracht haben." - George Bernhard Shaw. Alle Fotos (c)Marcel Krebs. Bild Airbus A380 fliegt jeden Mittag um 1233 bei mir vorbei.

Brüttisellen, 28.10.10 mk (mk) Eigentlich liegt mir ein schrecklich ernstes Thema im Magen, doch darüber möchte ich später berichten. Heute bin ich mit Larry wieder einmal durch den Zauberwald gelaufen. Alles in den herrlichsten Herbstfarben - ganz einfach wundervoll. In der Stille der Natur kann man so schön in sich gehen, mal anhalten, sich selber fragen oder vielleicht auch mit einem Baum reden. Haben Sie dies auch schon einmal versucht? Sie werden verwundert sein, was für Antworten sie bekommen. Und immer wieder habe ich nette Menschen getroffen. Von der Hexe war heute weit und breit nichts zu spüren. Klar ihre Hazienda am Waldrand habe ich gesehen, sah aber irgendwie heute verlassen aus und tief im Wald drinnen meinte ich, sie ab und zu hinter den Bäumen hervorblicken gesehen zu haben.

Umso schöner war es auch, ohne die Giftpfeile seinen Gedankenspielen den Lauf geben zu können. Haben Sie auch mal probiert, auf den Blättern im Wald zu gehen, dann wieder nur auf dem Weg, dann wieder auf den Blättern? Ein wundervolles Gefühl. Auf dem Blätterboden, läuft es sich wie auf einem Teppich. Und wie schön ist es, wenn die Sonne hinein in den tiefen Wald scheint. Golden sehen dann die Blätter aus - eben, der Zauberwald. Vielleicht finden auch sie einen solchen traumhaften Zauberwald.

Erschreckendes nicht von der Hexe sondern vom Staate Schweiz

Als ich gestern meine Zeitungslektüre durchsah, stach mir eine Meldung in die Augen:" In der Schweiz seien sage und schreibe 400'000 (vierhunderttausend) säumige Krankenkassenzahler. D.H. 400.000!!! Versicherte, zahlen ihre Prämien nicht pünktlich oder gar nicht. So habe ich mal die Rechnung gemacht wie schlimm es in unserem Ländli steht. Per 7.Oktober 2010 sind in der Schweiz 140'040 Arbeitslose registriert. Der Rest arbeitet, wahrscheinlich mehr schlecht als recht. Sonst wären nicht gegen eine halbe Millionen Versicherte mit der Zahlung im Hintertreffen oder zahlen nicht mehr. Dazu kommen 150.000 Tausend (hundertfünfzigtausend) die von den Kassen rausgeschmissen worden sind, d.h. die Leistungen wurden gänzlich eingestellt. Diese 150.000 werden in Zukunft nur noch mit der Notversorgung betreut. D.h. Sie müssen selber ins Spital gehen, erhalten kein Bett, bekommen das allernötigste und ein
bisschen weniger und verlassen nach stundemlangen warten, gekränkt, traurig und mit verstehendem Hass die Stätte des Wohlseins und der Rehabilitation. Im schlimmsten Fall werden sie sterben, zu Hause, auf der Strasse, aber keinesfalls im Spitalbett, wieso auch, Ihre Prämienrechnung zeigt auf Rot und Rot mögen die überschuldeten Spitäler nicht sehen. Also werden Sie es in Zukunft überhaupt nicht mehr versuchen, Hilfe zu bekommen sondern still dahinseuchen und ganz einfach "verrecken".

Das Spitalmärchen

Dieses Märchen aus Tausend und einem Spital, passiert jeden Tag mindestens einem Schweizer Patienten oder einem einstigen Versicherten Ausländer, der hier seine neue Heimat gefunden hat. Die goldene reiche Schweiz. Vielleicht werden Sie sagen, selber Schuld! Ja, im einen haben sie recht, im anderen aber gänzlich nicht. Haben Sie auch schon überlegt, dass bei der Gegenüberstellung der Zahlen 400.000 für säumige Zahler - 140.040 Arbeitslose gegenüberstehen. 150.000 sind ausgesteuert und halten Sie sich fest, einige Hundertausend sind Sozialbezüger. Tendenz steigend, in diesem Jahr 2010, mit gegen 30%, wie die NZZ am 6.Juli 2009 geschrieben hatte. Inzwischen sind es noch mehr geworden - die Schere öffnet sich mehr und mehr. Und glauben Sie mir, ich kenne einige, sie würden die Versicherung noch so gerne bezahlen - können aber nicht, weil sie ganz einfach das Geld für die Familie brauchen und dort reicht es auch bei weitem nicht hin.

Haben Sie aber auch mal die Bilanzen der Versicherungen studiert, haben Sie gesehen, dass jährlich Millionen den Milliarden näher an eingesetztem (Gamblergeld) angelegtes Geld auf Aktien etc. verloren geht? Für Millionen würde es reichen, dass alle eine Versicherung hätten, wetten?

Das Ende naht

Ich möchte keine Zahlenreiterei machen, aber ich muss da nicht betonen, der reiche Schweizer Staat hat im sozialen total versagt! Jährlich steigende Krankenversicherungs-prämien von 10 bis 20 Prozenten und doch reicht es nicht um die Versicherungen kostendeckend zu machen. Jeder schiebt jedem dem faulen Peter rüber. Damit hat sichs. Da ist doch etwas faul, meinen Sie nicht? Und zwar etwas grosses!

Es wird nicht mehr lange dauern und auch wir werden hier an den Promenaden Bettler sehen, Bettler nicht aus dem Osten sondern von hier. Schweizer und Arbeiter aus anderen Ländern die sich hier ein Zuhause aufgebaut haben, werden bald auf der Strasse stehen. Sie können nämlich weder die Krankenkassenprämien noch die Wohnungsmieten mehr bezahlen. Und wer nicht zahlt - der fliegt, nicht nach Bombay sondern ganz einfach an die kalte, frische Winterluft.

So kann ich nur wünschen, das abermals Hunderttausende auf die Sozialämter gehen, ja, sie stürmen und der Staat berappen muss, möglichst viel. Nur so glaube ich, werden die Behörden endlich von ihrer Billigidee des Wohlstandes wieder auf die richtige Bahn kommen. Zahlen tut ja bekanntlich weh.

Was wir inzwischen hier haben ist eine Sozialsauerei sondergleichen. Institutionen auf Freiwilliger Basis wissen sich mittlerweile kaum noch zu helfen. Sie werden bestürmt und geben bereits Tonnen von Essensgutscheinen aus. So steht es in der reichen Schweiz. Aber eben schöngeredet wird nach wie vor - die Schuld trägt keiner und Schuld ist sowieso niemand.

Wilde Gedanken sind mir also heute beim Spaziergang durch den Kopf geflogen. Leider ist es die Wirklichkeit, sozusagen das echte Leben in der Schweiz. So schätze ich meinen heutigen Spaziergang durch die Wälder umso mehr. 2 Stunden hat es heute gedauert, gefreut hats Larry - gefreuts hat es auch micht. Und wenn George Berhard Shaw sagt:" Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute" so bin ich glücklich, wenn ich mich immer noch zu diesen verrückten zähle. Normale haben wir ja eben mehr als genug.

Leserkommentare (0) »

Der Zauberwald von Babibo.

Larry und seine Freundin.... nehmen ein Bad.

Die hat jetzt den gesamten Trog leerge.....

...ist aber doch sehr lieb.....

Das Hexenhaus am Waldrand....

Und im tiefen Wald kommt um sechs die.......

Links oder rechts?

Gessler und Tell habe ich heute nicht gesehen.....

Der Weg - Dein Traum.....

Zurück nach zwei Stunden in der Wirklichkeit....

 

Weitere Bilder:   [ 1 - 10 ]   [ 11 - 11 ]