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Laryssa Lenz

10. November 2010, 17:40

Die Blätter fallen

Heute bläst der Wind die letzten Blätter von den Bäumen. Die Vorboten des Winters sind da. Es wird kälter - die schönen Tage sind vorbei, was wir in nächster Zeit erwarten können ist kaltes Grau und Nässe. Gefallen ist mit den Blättern auch das Niveau vieler Veranstaltungen und dessen Vermarktung. Was an Einfaltslosigkeit bis zur Blödheit alles auf dem Werbemarkt geboten wird, ist erschreckend (langweilig). Und wenn der Werbespruch "Ich bin doch nicht Blöd" in den verschiedenen Hirnwindungen der Menschen schon Jahre auslöst ist sicher keine Blödheit, sondern meistens Erstaunen und Unverständnis, dass man noch bei so einem Geschäft einkaufen muss. (Man ist ja bekanntlich doch blöd) Blöd ist nur, dass mir diese Werbung Woche für Woche den Briefkasten füllt.

Brüttisellen, 10.11.10 mk (mk) Da gibt es Texter und Werber, sie laufen meistens in schwarzen Kleidern und düsteren Gesichtern rum und, sie meinen, sie seien tatsächlich die nicht so Blöden - ganz einfach, sie seien Gott! Dabei haben sie von einem Werbe-Spruch überhaupt keine Ahnung, sie wissen nicht einmal wie unsere Gehirne funktionieren. Unser Filter sortiert nämlich das nicht automatisch aus. Was? Ja, wir filtern nämlich alles. Wir filtern die uns zu Ohren kommenden Worte und Sätze genau. So heisst der Satz in der Echtheit für uns (Unser Steuerzentrum Hirn) übersetzt: "Ich bin doch blöd!" Nicht gibt es für unser Verständnis nicht. Und so sind wir also die Blöden, die dort einkaufen gehen. Cool, was? Sie, Du und ich gehören in diesem Geschäft zu den Blöden und Blöde werden ja bekanntlich über den Tisch gezogen.

Die Blätter fallen

Awards, Awards, Awards. Noch nie hat es so viele Auszeichnungen im Schweizer Sport gegeben wie dieses Jahr. Auf unserer Redaktion stapeln sich die Einladungen für irgendwelche Awards Veranstaltungen. Wir haben ja nur die Besten und sind die Besten. Hinterfrägt man aber das Ganze ein bisschen, kommt man den Schlaumeiern schnell auf die Schliche. Das Konzept ist einfach: Man nehme eine beliebte Sportart,(meistens Fussball oder Tennis) greife 2-3 Figuren heraus die mit Millionen einen Titel gewonnen haben, mixe diese Gespanne mit Sportarten aus der breiten Masse und schon fertig ist der giftgrüne Brei. Der Witz an der ganzen Veranstaltung, die ein Schweinegeld Eintritt und ein dickes Portemonai fürs Essen fordert, ist eine reine Profit und Werbeveranstaltung für den Gastgeber. Weder hat man grosse Achtung vor den Sportlern noch liegt einem was am Herzen für den Sport, im Gegenteil, die Wohltätigkeitsspende geht an die FIFA!!! die sonst schon Milliarden hin und her schiebt. Geschehen am vergangenen Wochenende in Davos.

Verraten und Verbraten

Irgendwie komme ich mir vor, egal wo ich einkaufe, speise oder Vergnügen nachgehe als sei ich Vater Abraham. Da wird gelogen, betrogen und be........, und wir Konsumenten lassen dies einfach mit uns geschehen. Ein kleiner Lichtblick wenn auch nur für diese Seite liegt dennoch vor, die Kauflust der Kunden soll sich zurückbilden, so die Marktforscher. Da sind die gescheiten Profis Sprachlos, wieso fragen sie sich - wieso funktioniert es nicht mehr so, wie wir es wollen? Vielleicht kommt doch noch einer auf die Idee einen coolen Werbespruch zu kreieren, zb: "Ich gehe nicht einkaufen - Ich bin blöd!"

Wo liegt das Übel?

Auf der einen Seite werden wir in unseren Arbeitgebern wie Zitronen ausgepresst, auf der anderen Seite verlangen diese Produzenten, dass wir ihre Ware kaufen. Sind wir also wirklich nicht blöd? Es ist eine Frage der Zeit, bis der Letzte herausfindet, was eigentlich abläuft und wehe dann, es wird die Revolution zum Neuaufbruch sein.

Protagoras im alten Griechenland konnte schon damals vieles nicht verstehen. So hat er sich gefragt: "Wie kann man Gesetzte und ihre Befolgung für eine so ernsthafte Sache halten, wenn man sieht, dass dieselben Leute, die sie aufgestellt haben, sie später wieder verwerfen oder ändern?"

Und zur Wohltat meinte der alte Grieche Hyppokrates:" Wohltätig ist nicht, wer auf Erwiderung schaut, sondern wer aus freiem Antrieb wohlzutun gewillt ist. "

Mit einem kleinen Gedicht von Demokrit von Abera, dem Gelehrten Griechen möchte ich den kleinen Ausflug in die Wirklichkeit unseres Lebens beschliessen:

(Gedicht von Demokrit von Abdera - Aus: Von lachenden Phillosophen, orphischen Göttern, gottlosen Heilkünstlern und süssen Gurken Autor Harro Heusser)

....,so wolln wir leben,
Beten und singen, Märchen uns erzählen
Und über goldne Schmetterlinge lachen;
Wir hören armes Volk vom Hofe plaudern
Und schwatzen mit, wer den gewinnt, verliert;
Wer in, wer aus der Gunst; und tun so tief
Geheimnisvoll, als wären wir Propheten
Der Gottheit; und so überdauern wir
Im Kerker Ränk und Spaltungen der Grossen,
Die ebben mit dem Mond und fluten.

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