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Laryssa Lenz

08. Dezember 2010, 21:45

Aloha He......

Ja, recht gelesen - jetzt flippe (re) ich aus! Ich fahre in die Südsee, nach Bali und Hawai. Einmal muss es ja sein. Fort, irgendwohin wo ich mein wildes Leben leben kann. Fort von Zuhause, fort von Verbindlichkeiten, fort von Sorgen und fort von quälenden Gedanken. Fort, um keine Entscheidungen zu treffen oder ganz einfach fort in das Land des Glücks!

Brüttisellen, 8.12.10 mk (mk) Ja fast hätte ich es noch vergessen. Ich fahre auch nach Trinidad. Ich tanze von nun an immer in den Morgen. Die ganze Nacht durch. Und wenn ich im Sand meinen Limbo tanze, wird die grosse (S)Show losgelassen. Doch halt, soweit ist es leider noch nicht. Wunsch und Wahnvorstellungen sind das. Und was habe ich eigentlich gelernt in meiner Ausbildung zum Ausbildungstrainer? Würde man das Psychotherapeutisch untersuchen, würde man auf allerhand unverarbeitetes stossen. Klar und so einen "psychotherapeutischen Lehrgang" habe ich ja abgeschlossen. Mein Leben habe ich damals in Kleinteile zerlegt. Auf der Psychobank lag ich aber nicht, in unserem Seminar lagen wir damals auf dem Boden.

Was bedeutet aber mein Traum? Vielleicht haben Sie schon ähnliches geträumt. Der geübte Psychologe findet natürlich darin einige Anhaltspunkte für pure Verrücktheit des Patienten. Er will fort! Wovon will er flüchten?) Er will fort vor Entscheidungen. ( Er ist nicht fähig Entscheidungen zu fällen oder geht dabei brutal vor) Er will ins Land des Glücks. (Er sucht neues Glück - hat seinen Verstand komplett verloren)

Ich könnte Ihnen jetzt noch weitere Gesprächssequenzen solcher Therapien erzählen, doch ich will diese keinesfalls lächerlich machen. Ich meine damit nur, auch ich bewege mich im roten Bereich, wie wahrscheinlich dreiviertel der Schweizer auch. Wirkliche Zufriedenheit im Beruf und im Leben findet in der momentanen weltlichen Situation wohl kaum einer. Regierungen entpupen sich als Wahnatrappen, Politiker als Psychopaten und der grösste Teil der Menschen, (wenn er nicht gerade Millionär oder Risikobanker ist) als hoffnungslose Statisten. Die Welt hat sich geändert. Klar, die Jugend nimmt das nicht so tragisch. Für sie steht noch das ganze Leben vor ihnen. Wir aber, die Helden der letzten Jahre, fühlen uns doch ganz ehrlich gesagt betrogen. Vielleicht gehören Sie ja nicht zu denen - ich muss mich leider dazuzählen.

Was zählt ist heute Kohle. Nicht die Schwarze, nein, sondern die, die mit Geld viel zu tun hat. Und davon habe ich ganz gewiss zu wenig. Ich bin auch irgendwie altmodisch. Mit Kreditkarten konnte ich nie viel anfangen - wäre im gewissen Sinne eine Erleichterung, dennoch ein weitere Co-Abhängigkeit. Und so muss ich im Moment auf die Südsee, den fernen Osten und auch auf den schwarzen Sand von Santa Cruz verzichten.

Was ich aber in all meinen Jahren gemerkt habe ist, dass die eben beschriebene Kohle nicht alles Glück der Welt ist. Ich habe nämlich gemerkt, dass andere kleine Sachen auf der Welt ganz, ganz fest glücklich machen können. Ein liebes Wort zum Nachbar. Anteilnahme, wenn einer alten Frau das Haustier gestorben ist, oder, man kann sich ganz einfach ein bisschen mehr um die Kinder, Angehörigen und Freunde kümmern. Da merkt man aufeinmal, was ich mit Kohle meine. Kohle zerfällt nämlich zu Staub - Freundschaften gehen aber über Leben hinaus. Wir lieben doch unsere Kinder, wir lieben unsere Freunde und wir lieben die Menschen, mit denen wir viel Zeit verbringen, z.b. unserer Frau, unserem Mann und unseren Kindern. Liebe ist etwas vom schönsten und Liebe zerfällt nie in Staub, wenn sie wirklich gelebt wird.

Und doch, irgendwann möchte ich doch wieder nach dem Fernen Osten, in die Südsee oder an den traumhaften Strand in der Karibik. Sie nicht auch? - Aloha He - Viel Glück!!

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