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22. Dezember 2010, 15:24
Wirklich von Herzen?
Was gestern Abend im Schweizer Fernsehen und im Hallenstadion ablief war pompös. Ein Sportheld oder deren Zwei wurden als Helden gefeiert, als hätten sie gerade China zu mehr Menschlichkeit, der Freilassung des Nobelpreisträgers und der kompletten Öffnung der Grenzen bewogen. War dies aber wirklich weihnachtliche Wärme oder ganz einfach eine raffinierte Werbe Show?
Brüttisellen, 22.12..10 mk (mk) Ich möchte jetzt keineswegs den beiden Herren etwas ankreiden, doch stimmt es doch nicht nur bedenklich, sondern ein paar Stufen mehr - dh. mega bedenklich. 2,4 Milliönli sind zusammengekommen, man weiss nicht mal von wo, wahrscheinlich haben das Meiste arme Schlucker in den Topf geworfen. Die Werbestrategen ihrer Sponsorfirmen haben Charity geschickt ausgenützt, ja das Charitykleid ausgezogen. Der Abend war nicht mehr als eine gut inszenierte Werbeshow - mit weihnachtlichem Ansinnen hat es überhaupt nichts zu tun. Eher mit Scheinheiligkeit. Afrika ist in - noch nicht lange her haben wir die Fussball WM dort unten gesehen, was ist geblieben, Fussballstadien die niemand finanzieren kann, vertriebene Bevölkerung aus den städtischen Agglomerationen und ein riesen Finanzdebakel für Südafrika, wo wiederum die Bevölkerung leidet. Und jetzt sollen wir, genau dem Staat wieder Geld hineinpumpen, Geld dass wieder in einem Finanzloch versumpft und verbraten wird.
Klar, man wird uns irgend ein Dörfchen zeigen, man nennt so was Vorzeigedorf, wo jede Strasse nach einem der Sponsoren der Masche Federer, Nazal angeschrieben ist, oder der Rolexstreet. Der Auftritt gestern im Hallenstadion hat wieder einmal gezeigt, dass man auch in schwierigen Zeiten, die Leute haufenweise über den Tisch ziehen kann. Es funktioniert.
Was wir vergessen ist, dass es überall Menschen gibt, die vom Staat und der Gesellschaft alleine gelassen werden. Was wir vergessen ist, dass es viele, viele kleine Spendenorganisationen gibt, die etwas gescheiteres mit dem gesammelten Geld anstellen und nich vom eingesammelten Betrag noch 50% an Unkosten und Verwaltungskosten draufgehen.
Gespannt dürfte man sein, ob das Schweizer Fernsehen auch so ein trari-trara daraus gemacht hätte, wenn ein Hallenstadion voll Bedürftiger eine warme Suppe bekommen hätte. Ich glaube kaum. Es lässt sich eben ein Star besser vermarkten als ein armer,bedürftiger Mensch. In der gleichen Zeit, wo die Riesensauce im Hallenstadion stattfand, haben unter den Brücken von Zürich, den Brücken von London, New York oder Paris tausende gefroren oder sind erforen und viele Familien, wissen nicht, wie sie weiter leben sollen - auch hier in der Schweiz. Eines wird klar, Spenden nach Afrika liegen auf der Hand, in der Schweiz haben wir ja bald oder jetzt schon ähnlich Zustände.
Es tönt einfach besser Spenden für Afrika und .... Foundation als "en Stutz für de Pfarrer Würmli und sini arme Siechä" Dieses Phänomen einer gescheiterten Gesellschaft, eines Wahnsinns der sich bald im eigenen Dreck dreht ist das Resultat verfehlten Anstandes.
Sind sie einmal irgendwo in einem Einkaufscenter bei der Heilsarmee Darbietungen vor Weihnachten stehen geblieben? Es ist höchste Zeit, dass sie das machen. Schauen sie diese Menschen an, die mit Herz und Seele sammeln. Sie verdienen wenig, den sie haben sich wirklich in den Dienst der Armen gestellt. Ihre Botschaft heisst helfen, die kann man auch ohne 12.000 Zuschauer lesen, die kann man auch ohne dass 12.000 Zuschauer zurufen hören und sie kommt aus dem innersten des Herzens. Die Heilsarmee ist nur ein Beispiel von vielen - ähnliche Organisationen verdienen ebenfalls lob.
Oder kennen Sie bw. Pater Tobias? Er rennt für einen guten Zweck um die Welt, sammelt und zeigt auch Ergebnisse, die sich sehen lassen können. Ich durfte ihn selber kennenlernen. Er ist ein Mensch wie Du und ich, mit Ecken und Kanten, mit Fehlern und was auch nicht immer so läuft, wie es laufen muss. Und doch spürt man die Herzlichkeit heraus, die Aufgabe wirklich zu helfen und mit dem gesammelten Geld etwas nützliches zu tun - hier bei uns oder anderswo. Die Ehrlichkeit und Herzlichkeit gerade dieser Menschen ist unendlich gross. Ihr Herz ist weit. Sie brauchen alle nicht den Klamauk der anderen - sie zählen auf Menschen mit Wärme und Weitsicht.
Massenkult bis zur Verblödung
Dass was gestern im Hallenstadion abging gleicht an Massenkult und Massenverblödung. Anders kann man es nicht ausdrücken. Schade. Wenn man bedenkt, dass man alles Geld, dass für das Zubehör ausgegeben wurde inkl. den Werbeeinnahmen des Schweizer Fernsehens, stillschweigend 20 Millionen nach Afrika schicken können, wenn es schon Afrika sein muss und dann hätte auch ich nichts dagegen.
Ich wünschen Ihnen wunderschöne Festtage. Weihnachten ist ein Fest der Familie, ein Fest der Freunde - ein Fest mit Freunden. Ob Sie nun Christ sind oder auch nicht, Weihnachten gibt der ganzen Welt ein bisschen Ruhe und lenkt ab, von den vielen Ungerechtigkeiten auf dieser Welt - lenkt ab von den Sorgen und Nöten unseres Nachbarn. Es gibt aber für jeden von uns viel zu tun und gerade in diesen Tagen können wir persönlich damit beginnen. Denken Sie aber auch an die mittellosen und armen Menschen und spenden Sie denen Geld, wenn Sie es können, etwas zu Essen wenn es die Möglichkeit erlaubt, laden Sie vielleicht jemanden ein oder schliessen sie die bedürftigen Menschen in Ihre Gebete und Ihr Herzen ein. Und, denken Sie vor allem auch das ganze Jahr an diese Menschen.
Marcel
*Dass ist meine Meinung - sie muss nicht mit anderen Meinungen übereinstimmen.
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