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08. Februar 2011, 11:29

Boxmeeting Frenkendorf

Präsident Nik Proschek, Angelo Gallina und das Team des Box Club Basel gehören zu den innovativsten Veranstaltern in der Schweiz. Sie scheuen weder Arbeit, Mühsal noch finanzielles Risiko, um den Boxsport mit allen Mitteln zu fördern. Das haben sie in Frenkendorf (mit Michael Sommer) erneut mit einem Anlass bewiesen, der nur mit viel Herzblut auf die Beine zu stellen war. Um den Amateuren und insbesondere dem Frauenboxen eine Plattform zu bieten, haben sie ein zweitägiges Meeting organisiert, das jungen Kämpferinnen und Kämpfern ermöglichte, praktische Erfahrung im Ring zu sammeln. Bericht von Ueli Adam UND Bilder.

Brüttisellen, 8.2.11 Red. (mk) Mit 11 Frauenkämpfen haben sie zudem klar signalisiert, welchen Stellenwert das Frauenboxen in Basel besitzt. Um den Anlass publikumswirksam abzurunden, wurden auch vier Profikämpfe in das Programm aufgenommen. Damit wurde die ganze Palette des Boxens präsentiert. Ein absolutes Highlight war der Jubiläumskampf der besten Amateurboxerin der Schweiz. Schweizermeisterin Sandra Brügger, auch europäisch eine Klasse für sich, traf in ihrem 80. Kampf (!) auf eine absolute Spitzengegnerin aus Deutschland. Sie besiegte nach einem furiosen Fight Tasheena Bugar mit einem eindrücklichen 2:1 Punktsieg. Neben Brügger wusste auch Tina Asmussen zu gefallen, die gegen die Oestereicherin Fraunschiel siegreich blieb. Die detaillierten Resultate der Amateurkämpfe können dem unten aufgeführten Resultatspiegel entnommen werden.

Profikampf Arnold „the cobra“ Gjerjaj
Schwer: Arnold Gjergjaj (Basel, 8-0-0) vs. Pavel Dolgovs (Lettland, 7-11-1)

Hauptkämpfer des Abends war Publikumsliebling Arnold Gjergjaj. Der Profi aus Basel mit der makellosen Kampfbilanz befindet sich zwar noch in der professionellen Aufbauphase, die von Trainer Angelo Gallina umsichtig begleitet wird. Da aber Publikum und Experten von ihm schon Resultate erwarten, die im Moment noch unrealistisch sind, hatte er mit einem Erwartungsdruck fertig zu werden, der die Kampfführung nicht einfach macht. Das liess sich auch im Kampf gegen einen abgebrühten Gegner aus Lettland erkennen. Pavel Dolgovs, bullig, mit Blumenkohlohren, ist der Prototyp des unberechenbaren Kämpfers, der jederzeit für böse Überraschungen sorgen kann. Der 31-jährige Lette, der schon gegen europäische Klasseleute wie Johann Duhaupas (F) und Steffen Kretschmann (D) im Ring stand und bei sieben Siegen viermal durch KO siegte, durfte nicht unterschätzt werden. Entsprechend vorsichtig – vielleicht zu vorsichtig – gestaltete Gjergjaj den Kampf. Nach sechs Runden siegte der Basler schliesslich klar nach Punkten, ohne allerdings restlos überzeugen zu können. In der vierten Runde hatte er den Letten zwar sichtbar angeklingelt, verpasste es aber, entscheidend nachzusetzen. Das Verdikt der Jury war indessen klar und einstimmig.
Roger Haug 58:56; Armin Bracher 59:55; Fabian Guggenheim 59:55

Kommentar: Die sorgfältige Arbeit von Trainer Angelo Gallina verdient absoluten Respekt, muss aber trotzdem ohne mürrische Antwort hinterfragt werden dürfen. Ob die während dem Kampf von der Ecke laufend geforderte wechselnde Auslage tatsächlich eine sinnvolle Taktik ist, bleibt abzuwarten. Arnold Gjergjaj wirkte nämlich phasenweise verkrampft, vielleicht im Bestreben, die Anweisungen so korrekt als möglich umzusetzen. Das soll keineswegs vorlaut als negative Kritik verstanden werden, sondern bestenfalls Denkanstösse liefern. Der Aufbau eines Schwergewichtlers in der Schweiz ist nämlich schwer, da geeignete Sparringpartner fehlen oder gegen teures Geld eingekauft werden müssen. Noch schwieriger ist es, in der Aufbauphase valable Gegner zu verpflichten, die den Kämpfer zwar fordern, aber auch entscheidend weiterbringen. Das Erfolgsrezept ist der steinige Weg: nach der Aufbauphase im Ausland gegen starke Gegner antreten und versuchen, unter allen Umständen nach Punkten über die Runden zu kommen.
Sieg oder Niederlage spielen dabei keine Rolle: schwere Gegner sind das beste Palmarès!

AP Promotion Boxing News
Ueli E. Adam


Nach dem Kampf ging es indirekt für Arnold "the cobra" in die Notfallstation des Kantonsspitals Liestal. Zuvor verabschiedete sich die Cobra bei seinen Fans, ganz besonders lag ihm sein treuster Fan, ein Landsmann und ehemaliger Boxer, der seit einem Überfall nicht mehr gehen kann. Arnold wollte sich zuerst um dessen Heimtransport kümmern, da dieser sein Taxi extra später gebucht hatte um noch ein paar Minuten mit Arnold verbringen zu können. Da Arnold ins Spital musste, blieb dieser alleine zurück und musste eine Stunde in der Kälte auf sein Spezialtaxi warten. Andere Transportmittel waren nicht aufzutreiben. Eine Tatsache, welche dem Champ zusätzlich Sorge bereitete. Im Spital konnten keine Knochenverletzungen festgestellt werden. Abklärungen werden Morgen in der Crossklinik vom Handspezialist getroffen.


Basler Amateure im Einsatz
Damen:

60 Kg
Sandra Brügger,Basel gewinnt n.P gegen Tasheena Bugar, D
64 Kg
Tina Asmussen,Basel gewinnt n.P gegen Melanie Frauenschiel, Austria
54 Kg
Nadia Barriga, Basel gewinnt n.P gegen Martina Merincinelli, Italien
Sarah Joy Rae, Basel verliert n.P. gegen Chevalking Annie, Holland
Ninja Frey, Basel verliert n.P. gegen Bea Saltschi, Zürich
60 Kg Juniorinnen
Jessica Kull, Basel verliert n.P. gegen Eichwalder Sandra, Austria

Herren:

69 Kg
Pintos Carlos, Basel unentschieden Pejic Matej, Frenkendorf
81 Kg
Benny Jäger, Basel verliert n.P. gegen Smajli Uke, Zürich
Krattiger Pascal, Frenkendorf gewinnt n.P. gegen Imeri Eddi, Thun
Gashi Kadri, Sissach gewinnt n.P. gegen Perrez Benoit, Village Neuf

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