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11. Februar 2011, 03:00
In Gedanken Freiheit - in Wirklichkeit Trauer
Überall auf der Welt brennt es lichterloh. Die Menschen haben gemerkt, dass sie jahrelang, ja Generationen lang unterdrückt worden sind. Dabei ist dies erst der Anfang - der Anfang vom Ende? Man kann nicht Menschen dahin vegetieren lassen, sie so leben lassen, dass sie kaum zu essen haben, kein Bett haben und kaum noch stehen können. Die Menschen lassen sich dies im 21. Jahrhundert nicht mehr bieten. Nicht in Tunesien, nicht in Aegypten oder anderswo. Und wenn wir selbst bei uns im reichen Europa schauen - die Zeiten des Schweigens sind vorbei. Die Staaten allerdings, stehen diesem Phänomen, dass sie sich selber eingebrockt haben, machtlos und hilflos gegenüber.
Brüttisellen, 10.2.11 mk (mk) Präsidenten, Staatsmänner und andere Volksspekulanten - scheffeln sich Milliarden auf die Seite. Jahrelang, Jahrzehntelang. Sie stehlen dem Volk sein Vermögen und damit seine Freiheit, die Freiheit zur Selbständigkeit, die Freiheit um zu leben. Ob das jetzt in Aegypten oder sonst wo ist. Überall zeichnet sich das gleich Bild - die Politik und ihr Umfeld spielen sich als Retter, als Wegbereiter oder als Förderer einer ganzen Nation auf. Dies ist dennoch nicht nur in den armen Ländern Afrikas so - im reichen Europa verhält es sich kaum anders. Und selbst in einer Demokratie wie wir so gern die Schweiz beschreiben, nagt der Zahn der Unzufriedenen am Rad der Herrschsüchtigen - am Rad der sogenannten Volksförderer ob sie jetzt, SP, SVP, CVP oder anderswie heissen.
Ich bin keineswegs ein politisch Gesinnter aus dem linken, rechten oder dem Ersatzteillager. Ich bin wie Sie, wie Du oder andere, ein ganz gewöhnlicher Bürger. Vielleicht mit etwas Spürsinn für die alltägliche Welt. Man kann die Temperatur des Volkes ganz einfach feststellen indem man die Menschen frägt, mit ihnen redet. Aber nicht nur mit denen, die sowieso ja sagen - etwa mit den Bünzlis oder ähnlichem Volk. Man muss schon mit dem Fussvolk reden, der grossen Masse, der Unzufriedenen. Und von diesen gibt es auch bei uns in der grossen Demokratie einige hunderttausend - bestimmt.
Unterdrückung im Betrieb - in der Gemeinde und nicht zuletzt in der eigenen Familie
Wieviele Menschen gehen am Morgen mit einem dumpfen Gefühl im Magen zur Arbeit? Ich kann Ihnen versichern, von zehn sind es mit Bestimmtheit sechs, wenn nicht gar sieben. Also rund die Hälfte oder mehr. Haben Sie sich schon Gedanken über das Arbeitsklima in Ihrem Betrieb gemacht? Haben Sie sich nicht schon vielmals als Auserirdischer gefühlt? Als der, der sowieso nur seinen Zahltag abholt? Haben Sie nicht schon ein paar Mal das Gefühl gehabt, sie werden nicht ernst genommen - in der Firma? So wie Sie denken, denken eben hunderttausende in der Schweiz auch - so fühlen sich auch hunderttausende in ihrer Firma auch. Bis dieser Schwellenbrand lichterloh brennen wird ist es nur noch eine Frage der Zeit, es sei denn, die Firmenkulturen und der Ethik Gedanken ändern sich.
Oder haben Sie sich nicht schon über die immer mehr aufkommenden Vorschriften geärgert, über die vielen Blitzer, die einem das Geld aus dem Sack ziehen? Für was eigentlich? Oder glauben Sie im ernst, dass das für Verkehrserziehung reicht? Es reicht eher, um den hochverschuldeten Städten und Gemeinden aus der selber verschuldeten Geldmisere zu helfen. Beispiele wie die Stadt Zürich oder andere gibt es zuhauf.
Oder lesen wir nicht jeden Tag in der Zeitung, im Netz oder hören es in den Nachrichten, dass irgend einer wieder durchgedreht hat? Mit seinen Kindern abgehauen ist? Sich ganze Familien gegenseitig erschiessen? Der Grund ist meistens Unzufriedenheit, Druck und dazu die logische Schlussfolgerung - Geldsorgen.
Haben Sie auch bemerkt, dass uns die Politik nur anschwindelt, selbst hier bei uns in der grossen Demokratie und sowieso macht, was sie will? Hören Sie einmal einem Politiker zu, er fühlt sich nicht nur wie Gott, die meisten dieser Garde meinen, sie sind es höchstpersönlich. Traurig steht es auch bei uns um die Freiheit - auch wenn sie doch noch etwas anders anzufühlen ist, als die Freiheit, die die Völker Afrikas oder anderswo auf der Welt gerne möchten.
Und so wird es auch bei uns eines Tages Menschen geben, die, die Freiheit der Vergangenheit zurückerobern wollen und die versperrten Freiheitsbarrieren auch bei uns knacken wollen.
Übung haben wir in der Schweiz und in ganz Europa in vielen Belangen die Gleichen. So sind wir es uns bereits gewohnt, wenn eine Gruppe, die uns nicht passt, diese mit Gummigeschossen zu beknallen. Dieses Phänomen können wir praktisch jedes Wochenende nach einem Fussballspiel beobachten und wenn wir zu nahe ran gehen - auch spüren. Die Hilflosigkeit unserer Politiker und unserer Behörden, eigentlich des ganzen Staatsapperates, spiegelt sich auch da bereits in den schönsten Zügen der Ernüchterung nieder. Man hat gelernt, mit Gewalt ist auch hier viel zu erreichen.
Es brennt also überall - unsere Herzen möchten aber etwas anderes - sie möchten Liebe, Zärtlichkeit und die grosse nicht mehr gekannte Sehnsucht leben. Können wir dies überhaupt noch? Können wir überhaupt noch so leben wie wir wirklich möchten? Hier bei uns? Ich glaube kaum. Und darum schwellt bei uns auch hier schon längst das Feuer - nicht das gewohnte Feuer der Begeisterung, sondern das Feuer der Angst. Der Angst etwa wegen dem Arbeitsplatzverlust, der Angst, dass wir aufeinmal auf der Strasse stehen oder der Angst, dass unser bester Freund unser Haus unter den Nagel reisst, nur weil er mehr Geld oder bessere Beziehungen hat. Wir sind Gehetzte, Ängstliche, Ungeduldige geworden und fürchten um unsere eigene Existenz. Diese Schlagwörter begleiten uns durchs alltäglichen Leben - jeden Tag. Der Überlebenskampf geht an die Substanz - an das Lebendige. Das Schreckenszenario des eigenen Versagens, des eigenen Unterganges ist grösser als das des Glücks und der Zufriedenheit. Und darum wird es auch in unserem Europa, in der Schweiz, der kleinen Schatzinsel, nicht mehr lange dauern, bis sich die Ängstlichen zu wehren beginnen und ihre Rechte und ihre Freiheiten wollen - genauso wie jetzt in Afrika. Unterdrückung ist kein gutes Ohmen für eine bessere Welt, dies sollten wir vermehrt auch in unseren Firmen- und Politkulturen berücksichtigen. Dazu braucht es allerdings auch Mut und Zuversicht und vor allem Voraussicht. Von allen diesen Werten sind wir allerdings weit entfernt und es fehlen auch Menschen, die wir als Führer und Partner akzeptieren können.
In Gedanken Freiheit
in Gedanken Glück
In Gedanken Sehnsucht
doch unsere Gedanken spielen verrückt.
Wir sind ängstlich
wir sind taub
wir schauen vorbei
ist dies für uns, wirklich einerlei?
Wir sind das Böse, doch auch das Licht
wir sind die Farbe
wir sind die Gehetzten
sind wir die wirklich? nein, wir sind die Letzten.
Der Himmel brennt
das Feuer lodert
die Flammen schiessen empor zum Himmel
haben wir noch Zeit - um alles zu löschen?
Marcel Krebs
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