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18. März 2011, 12:19
Familie Bünzli erobert die Schweiz
Ob der Zahn der (Neu)Zeit oder ganz einfach der Stillstand in unseren Schulen, die mindestens 15 Jahre der Zeit hinterherrennen ausschlaggebend ist, müsste in einer Langzeitstudie abgeklärt werden. Nicht abgeklärt werden muss aber, dass wir immer mehr Bünzlis und Hösis in unserer eigenen Schweizer Reihen haben. Neueste Erkenntnisse über unser geistiges Verhalten, bringen die Schrebergärten-affären von Winterthur, das Umstreichen eines neugestrichenen Hauses in Horgen oder etwa das wegnehmen der Hunde von Hanf-Ueli in Zürich. Schweizer müsste man ganz einfach als kleinkariert oder weltfremd bezeichnen - würde man sie katalogisch einordnen. Wir sind eben endlich zu wahren Schweizern geworden.
Zürich, 18.3.11 mk (mk) Haus (Menschen passen) passt nicht ins Umfeld
Atomkatastrophen und Kriege vertuschen immer wieder unsere eigenen Landesprobleme und zeigen eine heile Schweiz anstelle einer viel grösseren Narrengesellschaft als die Basler Fasnacht sie jemals hatte. Nach den Winterthurer Schrebergärten, wo die Behörden keine roten, blauen, gelben oder andersfarbigen Häuschen mehr erlauben, hat sich nun in Horgen am schönen Zürichsee, das nächste Seldwyla entwickelt. Da wurde ein Haus in einem wunderschönen Rotton gestrichen - nun wurde der Familie dieser Farbanstrich verboten und sie angewiesen, die Fassade in einem passenden Pastellton in Weiss-Gelb-oder Rot zu streichen. Obwohl die Farbe nicht weiter von den bestehenden Häuserfarbtönen abweicht, passe so ein grelles Haus ganz einfach nicht ins Horgener Stadtbild. Was für ein Weltbild muss man da als Politiker haben?
In Zürich wurden nach der Seldwyla Gemeinderatssitzung mit geheimen Abstimmungen nun gestern Hanf-Ueli die beiden Hunde weggenommen. Man habe beobachtet, dass einer der beiden einen andern Hund angriff. Wohl eher möchte man einen weiteren unliebsamen Menschen verjagen, der sein Leben lebt - ein Leben, dass halt nicht wie das eines in die Gesellschaft eingepressten Menschen lebt. Komischer Weise, suchte man mi Hanf-Ueli nicht den Dialog.
Man redet nicht mehr - man handelt!
Die Zürcher Gemeinderäte machen es vor. Abgestimmt wird jetzt geheim - was herauskommt oder herausgekommen ist, sind nicht endende Sitzungen wie im modernsten Seldwyla. Wenn Politiker so ihre (Nicht-)Fähigkeiten ins Rampenlicht stellen, dann Gute Nacht. Haben wir wirkich nichts Besseres zu tun als uns gegenseitig anzuschwindeln? Wissen wir wirklich nichts besseres zu tun als uns lächerlich zu machen? Der gesunde Menschenverstand ist selbst in unseren Gerichtssäälen abhanden gekommen, obwohl man meinen müsste, für so einen verantwortungsvollen Posten ehrenvolle Menschen gewählt zu haben, denen man vertrauen könnte. "Das wahre Tier zeigt sich bekanntlich erst in der Natur!" Wir Schweizer sind wohl zu grossen und bald zu den grössten Narren auf der Weltkarte geworden. Und da muss sich jeder ein Stück vom Kuchen gezwungenermassen selber abschneiden.
Gehen Sie mal über die eigenen Bücher!
Haben Sie sich nicht schon oft selbst erwischt, dass Sie kleinkariert denken? Haben Sie sich nicht schon selbst getadelt, über ihre einseitigen Ansichten? Was drückt unsere Bundesverfassung eigentlich im Grundtext aus? Freiheit? Welche denn? Wir kämpften einst für Freiheit in den Schlachten bei Sempach und schossen den Gessler in der hohlen Gasse bei Küssnacht nieder und enden nun immer mehr hinter den eigenen Vorhänge-Gittern. Was wir im Moment leben ist vom Freiheitsgedanken weit entfernt. Da werden bw. auf Arbeitsämtern Arbeitslose auf den Tag genau betr. Anmeldung kontrolliert und für Monate vom Taggeld gesperrt und auf der anderen Seite vergeben wir das Label Flüchtling auf praktisch alle an der Grenze stehenden Menschen. Hauptsache wir behalten unser gestyltes internationales Ansehen. Was im eigenen Land an Missständen da ist, interressiert uns persönlich wenig. Es gäbe da noch tausende komischer Zustände, wo wir damit unser tägliches Brot verdienen - unser Sozialwesen bw. Wo sind da unsere Politiker, wo sind da aber wir, wir Menschen? Wir Schweizer? Wir leben in einer Demokratie und könnten viel bewegen, auch ohne unsere politischen Landvögte - wir könnten sie sozusagen entsorgen oder zu Politikern machen, die was taugen - wie wir als Volk sie eigentlich sehen und spüren möchten. Doch trauen wir uns überhaupt dazu?
Nein! - Wir stecken den Kopf lieber in den Sand
Wir Schweizer sind eigentlich die Vorzeigebilder in ganz Europa. Wir stecken unsere Köpfe ganz einfach lieber wie Landschildkröten in den Sand. Wir machen es allen vor, warum Demokratie nicht mehr so funktioniert, wie sie funktionieren sollte. Wir reden von Demokratie - leben aber grandiose Bevormundung. Wir lassen uns von Parteien beschwatzen und uns erklären, was Freiheit sein sollte. Wir reden von Freiheit - lassen uns aber herumpuxieren wie angeschossene Rehe. Ist dass das Bild der grossen Freiheit? - Der Freiheit, die so in unserer Bundesverfassung steht? Wir bevormunden und kritisieren lieber andere Menschen, wie die beim Erdbeben in Japan ohne deren Mentalität zu kennen und spielen die Gefährlichkeit der AKW's im eigenen Land herunter. Wir benützen in unseren Medien Katastrophen um die Auflagezahlen zu verdreifachen und nicht um wirklich die betroffenen Menschen zu bedauern. Verfolgen kann man das täglich in allen Zeitungen. Klar, die Katastrophe ist ja weit weg, doch kritisieren dürfen wir ja, in unserer Freiheit - ob es nun stimmt, was wir da berichten oder nicht - ob wir die Wirklichkeit kennen oder nicht! Wir reden in den Behörden von Stilllegung und Überdenkung - passieren wird aber dennoch nichts, denn die Lobby spricht bereits von Stromknappheit. Wir wollen auch da keine Alternativen, weil wir zu bequem und zu faul sind. Wir sind eben Bünzlis und ein Bünzli ist so drehfreudig wie eine Made. Mindestens 20 Jahre soll es gehen bis wir umgedacht haben, so in einem Radiointerview auf Radio DRS 1. Genau so lange, bis in der Zwischenzeit auch bei uns ein atomarer Vorfall passiert. Wir sind eben Bünzlis - und Bünzlis sind schwerfällig, wie ....
Ich glaube es bringt nichts?
Ich glaube es bringt nichts, wenn wir versuchen die grosse Freiheit zu leben - Bünzlis bleiben Bünzlis oder doch nicht? Die Freiheit beginnt aber in jedem Menschen selber zu leben und dazu wünsche ich Ihnen viel Glück dabei. Doch seien wir ehrlich miteinander, eher dass sich was in unserem Land oder bei uns selber freiheitsähnlich bewegt, tickert unser Nachbar wie ein Geigenzähler......
Marcel Krebs
Bloggeschichten von Marcel beruhen auf lautem freiheit-lichem und freiheitsliebenden Schweizer Denken von Marcel Krebs. Über die Ansteckungsgefahr der Texte und dessem freiheitlichem Denken, übernimmt der Autor keine Verantwortung.
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