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20. April 2011, 15:59

Ein Fall für den Schrebergärtner

Zürich zieht nach

Nach dem Winterthurer Skandal, wo die Behörden für 25.000 Franken einen Landschaftsarchitekten zur Farbenkontrolle der kleinen Häuschen ausgeschickt haben, folgt nun die Stadt Zürich mit einer weiteren Eskaparde gegen den Wohlstand des kleinen Mannes. Man will selbstverständlich im Behördentorpedo nicht hintenanstehen, denn Zürich, die Stadt wo es durch Autoabgase zum Himmel stinkt, will sauber bleiben. Ich weiss jetzt nicht, ob ich jetzt langsam zum Schrebergärteler werde, leider habe ich keinen - doch mich machen solche Behördenklotzereien ganz einfach muff. Klar, ich bin ein Mann der Freiheit, der Natur und der Fröhlichkeit - aber muss ich desswegen so leiden?

Zürich, 20.4.11 mk (mk) Wie man aus Radio, Fernsehen und allgemeiner Zeitungspresse lesen kann, soll es den Schrebergärtner an den Kragen gehen. Man will den Luxus der Kleinen eindämmen und will die Oasen wieder zu den wahren Gärnterfolterkammern umfunktionieren. D.h. Das Gummisofa und der 10-jährige Liegestuhl im Häuschen müssen wieder den Folterwerkzeugen des Gartenbesitzers weichen. Statt Gummimatratze - Schaufel und Pickel, statt ausrangiertes Tischchen - tiefgreifende Mistzangen und statt eines alten Sofas als Mittagsschläfchenmatratze eine scharfschneidende Sense, damit rund um das Häuschen aufgewühlter Gartendreck, statt schönes Rasenplätzchen zu sehen ist. Gärtner sind Gärtner und nicht Schrebergarten-millionäre? Pasta, somit hat es sich. Zürichs Politiker haben den Vogel buchstäblich abgeschossen. Wenn schon kein Tschuttiplatz, dann auch kein Gartenplatz!

Armer Mann was nun - Integration warum?

Wir predigen ständig von Integration der Ausländer. Die scheinen aber im Gegensatz zu unseren Politikern besser integriert zu sein. Wenn hunderte Italiener, Türken, Albaner, Kosovaken, Iraner, Argentinier etc. friedlich am Feierabend in ihr kleines Paradies ziehen, dort mit ihrer Familie die Freizeit geniessen, sich mit allen gut verstehen, bestens integriert sind, will man diesen Menschen den Riegel schieben. Laut Politiker stehen auf dem Städtischen Gartengelände Luxusschreberwillen! Und dazu haben die Meisten dieser Supersausen auch noch einen Ofen und feuern sogar! Der Rauch vom Kamin soll zu viel Feinstaub verursachen. Da frage ich mich, wieviel Dreck von der 100 Meter entfernten Autobahn hinüberfliegt? So geht der kleine Mann und die kleine Frau wieder einmal leer aus.

Denn sie wissen nicht was sie tun

Das grosse Übel an der ganzen Sache ist, dass wir diese Übeltäter in der Regierung gleich selber gewählt haben. Doch schlussendlich müssen sie für das gute Wahlergebnis ja auch danke sagen - meine wenigstens ich. Dazu kommt dann auch noch, dass bei Begüterten kaum was zu meckern ist, denn beim ersten Ton, folgt gleich der eingeschriebene Brief eines Anwaltes. So stehen neben Villen, wahre Traummodelle von aufgemöbelten Schrebergartenluxuskasernen. Man hats ja, und wie gesagt, man wohnt gleich nebenan und wer will schon was gegen solche Verfehlungen die Hand erheben. Ein Politiker sicher nicht, den vor drei Tagen war er eben zu einer solchen obergeilen Gartenparty eingeladen worden, serviert vom Buffet, dass im Mega Gartenschreber-häuschen stand, wo gesoffen und gespeisst wurde. Aber eben - der private Schrebergarten - besucht von der öffentlichen Hand.

Eine starke Hand will Zucht und Ordnung

Was jetzt aber noch dreister daherkommt ist, dass diese Vorlagen von der Links-Grünen Stadtregierung kommen. Oh wei! Ich betätige mich im Grossen und Ganzen nicht mit starker Politik, dass hier ist aber zweifelslos starker Tabak. Die Pünten, so heissen die Schrebergärtenhäuschen im Fachjargon, dürfen also in Zukunft nicht mehr selber konstruiert werden, die Mache solcher Bijoux wird vorgeschrieben und wenn man schon die Einfallslosigkeit unseres Schulsystem vehemennt als gut bezeichnet, kann man auch diese neugeformten Pünten, einfallslos und gut bezeichnen. Die Bürokratie kennt mittlerweile keine Grenzen mehr undwächst in unserem Staate je länger je mehr. Was man einst belächelte ist heute zum Megapolitikum absurdum geworden. Doch bekanntlich kommt Blödheit noch vor der Verdummung - Gott sei Dank! So ist hoffentlich irgendwann noch was zu retten.

Ein neuer Trend - die neue Schrebergartenverordnung

Liebe Schrebergärtner (so könnte sie aussehen!)

Wir freuen uns, dass sie aktiv am Stadtleben teilnehmen, ihre Freiheit in der Natur geniessen und zum Wohle aller beitragen. Um es Ihnen noch gemütlicher zu machen gelten ab sofort die folgenden Punkte:

1. Bratwürste, inkl. Servelats und Fleisch jeglicher Art, muss in Zukunft gebraten! auf den Platz mitgenommen werden. Schliesslich gibt es Alufolie zum warmhalten. Grillieren auf ihrem Gartenplatz ist verboten.

2. Ihre Gartenvilla heisst ab sofort Schrebergartenhaus und muss ohne jegliche und herkömmliche Möbel auskommen. Wir begrüssen besonders Schrebergärtner und ihre Familien, die ein ansehnliches Arsenal an Gartenwaffen wie Stechgabel, Schaufel, Pickel, Unkrautvertilger und andere Gartenwerkzeuge fein säuberlich aufgehängt im Hause haben, die jederzeit gezielt eingesetzt werden können. Die feingeputzen Fenster sind ab sofort so zu lassen wie sie sind und wir verbieten jegliches Putzen an den Objekten, nur so bekommen wir den Touch des ewigen Gartens zurück.

3. Gäste mitzunehmen ist verboten! Wir dulden keine Verwandschaftsbesuche mehr. Achten Sie auch auf die Abtrennungslinien der Gärten zu Ihrem Nachbar. Wir wünschen uns in Zukunft selbständige, stille, nichtgesprächige und vor allem möglichst Kontaktarme Menschen als Schrebergärtner und Schrebergärtnerin. Der Garten ist zum gärtnern und nicht für die Integration da.

4. Lautstärke
Bedenken Sie, dass sie mit ihrem ständigen lauten Geplauder und Lachen, die Autofahrer der nahen Autobahn verunsichern, ja gefährden. Also seien Sie still und halten am besten Ihren Schnabel.

5. Geniessen Sie Ihre Freiheit - ab sofort!

Ich meine, so oder etwa so, stelle ich mir das Gedankengut der Grün-Roten Politiker vor. Es kann nicht anders sein, nein, es muss so sein. Schliesslich wollen sie alle den begehrten Preis des Schrebergartendüdels gewinnen - zu schlagen werden sie kaum sein.

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