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Laryssa Lenz

17. Mai 2011, 10:28

Wir spinnen doch - Wir alle!

Tagtäglich begegnen uns Szenen wie im Kino. Da drehen Menschen wie Du und ich ganz einfach durch. Im besseren Falle sind es lustige Episoden, auf der anderen Seite tragische Ereignisse. Wieso passieren aber immer mehr solche Verzweiflungstaten? Wieso haben immer mehr Menschen ihr Leben nicht mehr im Griff, wieso flippen immer mehr Leute aus und wieso schauen die Umwelt mit den Behörden und Politikern oder wir persönlich nur zu? Wieso unterstützen wir unser Nächsten nicht mit Hilfe? Die Hilfeschreie der Ausgeflippten sind meistens schon Monate oder Jahre vorher zu hören. Doch die Gesellschaft stellt sich lieber stumm - es könnte nämlich Arbeit geben oder grossen Aufwand bedeuten, jemanden einfach so zu helfen. Sind wir zur Gesellschaft der Gefühllosen geworden?

Zürich, 17.5.11 mk (mk) Was hören wir nicht immer wieder? "Mann auf dem Dach, wirft Ziegelsteine!" "Vater bringt ganze Familie um!" "Mutter brennt mit Kindern durch und hinterlässt toten Vater!" "19-Jähriger fährt mit vier jungen Begleitern in den Tod." "Messerstecherei vor der Disco!" - die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden. Die heutige Gesellschaft akzeptiert nur Erfolg, Gewinn und strahlende Gesichter. Wehe du haltest dem entgegen, zeigst Gefühle oder gehst deinen eigenen Weg - dann giltst du als Loser.

Die spinnen - die Römer!

Vielleicht magst du dich auch noch an den Spruch aus Asterix erinnern. "Die spinnen - die Römer!" Der Spruch kam meistens, wenn die Römer etwas Unmögliches taten, das zum zum Scheitern verurteilt war oder das Erstaunen verursachte. Heute müsste man dies ein bisschen abändern:" Die spinnt, die Gesellschaft!" oder "Die spinnen, die Politiker!" Doch ehrlich gesagt, eigentlich passt der Ausspruch nicht ganz in die heutige Zeit. Wir haben heute keine Führer mehr, wie damals die Römer. Unsere Gesellschaft gleitet führerlos durch die Zeit. In den heutigen Führungspositionen in Regierung und ihm gesamten Staat, kann man nur schwerlich solche Persönlichkeiten ausmachen. Zu viel ist auf "für die eigene Partei, in den eigenen Sack oder ganz einfach mit dem faulen Spruch, "zum Wohle aller" ausgerichtet.

Zusammen sind wir stark - wir wirtschaften in den eigenen Sack!

Man gaukelt dem Volke vor, dass man nur für dieses Volk da ist, dabei ist man für sich alleine da. Wir produzieren immer mehr Vorschriften, machen immer mehr Versprechungen und kommen doch nicht vom Fleck. Wir reden von Besserung und finden doch keine Lösung. Fussballkrawalle haben wir immer noch nicht im Griff und sind kläglich hilflos. Doch wir reden bereits seit 5 Jahren von Massnahmen und Lösungen und haben bis heute nichts vollbracht und schon gar keine Lösungen gefunden. Wir antworten auf Gewalt mit Gewalt, anstatt zu reden. Wir schiessen scharf mit Gummigeschossen, löschen Augenlicht aus und sagen wir hätten keine anderen Möglichkeiten gehabt. Wir reden alles schön, wir reden vom Bösen, vom Krawall, von Krawallbrüdern. Wieso machen diese aber Krawall? Weil sie unzufrieden sind, sich nicht verstanden fühlen. Wir reden und reden - wir sagen alles werde vorsätzlich gegen die Gesellschaft gemacht, machen wir auf der anderen Seite es nicht auch vorsätzlich? Provozieren wir nicht vorsätzlich? Nötigen wir nicht auch die Schwächeren? Schliessen wir sie nicht aus unserer wohlhabenden Gesellschaft aus? Zeigen wir nicht mit den Fingern auf Sie?

Wir sind nicht die erhabenen, wohlgesättigten Vorzeigeschüler, wir sind eine traurige gleich verkommene Gesellschaft wie unsere sogenannten Aussenseiter, nur sind wir mehr.

Der Mann sitzt nach dreissig Stunden immer noch auf dem Dach und wirft Ziegel hinunter........

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