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29. Juni 2011, 23:30
Menschen wie du und ich
Jeder Mensch hat das Recht auf ein respektvolles und liebevolles Leben. Das ist jedenfalls meine persönliche Auffassung. Ich habe immer geglaubt, wir in der Schweiz wären Vorbilder. Doch weit gefehlt, wir in unserem schönen Land sind im wahrsten Sinne Barbaren, Menschen, die wenig Respekt voneinander haben und wir sind ausserdem Menschen, die Kranke, Arme und Gebrechliche von der Gesellschaft komplett ausschliessen. Ich bin von meinem Land enttäuscht. Es stimmt mich traurig und es tut weh, was man alles mit ansehen muss. Doch ich sage das nicht aus irgendeiner Laune heraus, sondern von wieder einmal schweizerischem Verhältnisblödsinn, wo sich wieder einige profilieren und sich wichtig machen wollen. Aber urteilen Sie selbst.
Zürich, 29.6.11 mk (mk) Vor ein paar Tagen hat die IV (Invaliden Versicherung) beschlossen, dass Invalide, die von Geburt an zu Hause durch Angehörige gepflegt werden, finanziell nicht mehr unterstütz werden. Die lapidare Begründung war die, die Mütter und Väter, die ihre Kinder die mit einem Geburtsfehler also als Krüppel zur Welt gekommen sind, nicht mehr zu Hause gepflegt werden sollen, weil die Pflegepersonen keine Ausbildung hätten.
Da frage ich mich, was muss man für eine Ausbildung haben? Die paar Schläuche oder andere Geräte, die man überwachen muss, haben diese Pflegepersonen längst gelernt und die sind nämlich nur der kleinste Teil von allem. Dass aber die Mütter und die Väter jahrelang mit Liebe die aus tiefem Herzen kommt, ihre Liebsten wundervoll und liebevoll gepflegt haben zählt anscheinend nicht. Wer sagt denn bw. dass die Invaliden die Liebe der Angehörigen nicht spüren? Wer sagt denn, dass die zurückgebliebenen Kinder, die sich geistig nie richtig entwickelt haben, die wärme ihrer Pflegepersonen nicht als wohltuend empfinden?
Es tut mir persönlich weh, wenn ich von solchen Büroidioten und Politikern solches gequassel anhören muss. Wieso kann man nicht den Angehörigen diese Maschinen erklären? Sie ausbilden? Anstatt eine würdevolle Art des Lebens und Überlebens zu garantieren, will man sie nun in Spitälern und anderen Institutionen unterbringen. Der Preis für eine solche Unterbringung für völlig unbeholfene Menschen beträgt da im Tag zwischen 1000 - 6000 Franken. Ist es vielleicht nicht so, dass man den teuren Luxusapperat Invalidenversicherung noch mehr aufblähen will? Wieso muss es viel Geld kosten, wenn es billiger geht?
Der Preis macht es aber noch längst nicht heiss. Viel schlimmer finde ich die rücksichtslosen Verwaltungsbeamten, die solche Entscheide gnadenlos fällen. Einfach so. Du bist Dreck, Liebe brauchst Du nicht. Oder glauben die im ernst, dass in einer Heimabteilung dieses grossen Kinder solche Liebe empfangen dürfen, wie zu Hause? Ich glaube jedenfalls das nicht. Ich glaube nur, dass es tatsächlich solche rücksichtslose Menschen gibt, wo Liebe nichts wert ist. Haben die nie Liebe empfangen, können die überhaupt lieben? Wissen die denn was Liebe ist? Nein, sie wissen nichts von allem.
Ich wünsche mir, dass alle Eltern, alle Verwandten ihre Kinder, ihre Enkel und Familienangehörige in die Spitäler und Heime bringen, der Staat und die IV auf einmal alles Per ende Monat präsentiert bekommt. Nur dann würden die Herren zurückschrecken, denn dann wäre die Kasse nicht mehr im Lot. Doch diese Herren, die Politiker und die, die diese Entscheide gefällt haben wissen es genau, die Liebe unter Menschen ist grösser als ein Entscheid, der nichts taugt und unmenschlich ist. Was würden denn die Damen und Herren tun, wenn auf einmal ihr Liebster, ihre Liebste durch einen Unfall oder etwas anderem zum Krüppel würde?
Ich kann nur den Menschen danken, die die Bürde auf sich nehmen, ihre geborenen Kinder so zu pflegen, wie sie normal wären. Sie opfern ihre Zeit, oftmals in Abwechslung von Mutter und Vater, 24 Stunden am Tag. Dies verdient grössten Respekt, grosse Hochachtung und allergrösste Wertschätzung. Die aber, die diese Verbrechen der Umgliederung in die Wege geleitet haben, verdienen Pech und Schwefel.
Wo ist aber die Gemeinschaft, die grosse Gemeinschaft aller Menschen? Wieso stehen wir nicht diesen armen Menschen bei, helfen ihnen und geben ihnen unsere Kraft um sich der Politik und der IV entgegenzusetzen. Wo ist aber auch die Kirche, die anderen Institutionen, wieso bleiben die stumm, verdienen sie etwa da auch mit? Gemeinsam sind wir stark, gemeinsam können wir viel erreichen. Ich wünsche mir, dass man diesen IV Rowdys den Garaus macht. Was wir mit unseren Schwächsten machen, ist etwas Elendes, Trauriges und Schmerzhaftes, haben denn die dort bei der IV überhaupt ein Herz, oder sind es die Herzlosen, die Verdammten?
Marcel Krebs
(Dies ist meine persönliche Meinung, sie muss nicht mit anderen Meinungen übereinstimmen)
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