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25. Juli 2011, 14:09
Pilgerfahrt nach Jetstetten oder vom braven Batzelispender zum Ökorowdi!
Das Geklöne der Grossverteiler muss ich mir täglich in den Zeitungen anhören. Die Leute gingen über die Grenze einkaufen und so würden ihnen mindestens 8 Milliarden durch die Lappen gehen. Als heimlicher unter dem Grenzzaun hindurchfressender Schädlingstourist der Schweizer Wirtschaft, ging mir der Aufruf ich sei ein solcher Schlawiner, immer bis auf die Knochen. Ja, ich wusste es, ich bin persönlich einer jener Totengräber der überdimensionierten Feinkost Luxustempel der Schweiz. Ich persönlich habe es nämlich satt, für die gleiche Ware um bis zu durchschnittlich bis zu 100% mehr zu bezahlen, nur, dass die ihre Edelmärkte mit meinen knappen Batzelis finanzieren können. Und sie (die Grossverteiler) sind immer noch nicht bereit, ihre Margen zu senken und dem Kunden entgegen zu kommen. Im Gegenteil, sie drohen mit Stellenabbau und vielem mehr. Dabei haben sie wohl vergessen, dass sie einmal vor vielen, vielen Jahren das Lädelisterben eingeführt haben und tausende Familienläden bankrott gehen liessen. Nun bin ich also der glasklare geoutete Ökotouristenrowdi (für's wöchentliche Einkaufen in Jetstetten) von Migros, Coop und Denner. Ich rechne jeden Moment damit, dass meine Cumuluskarte bald rot sein wird, so rot, weil man mir sagen will, du bist der grosse Spielverderber!
Zürich, 25.7.11 (mk) Hilfe vom Bund!
Wau! Jetzt hat mir das Bundesamt unter die Arme gegriffen und sogar mein Einkaufen in Deutschand befürwortet. Mein Ansehen ist wieder gestiegen. Auch die beim Bund finden nämlich, dass die Preise in der Schweiz viel zu hoch sind und dem Kunden nicht weiter gegeben werden. Wir Käufer sollten uns selber wehren und da einkaufen, wo es am günstigsten ist.
Klar der Euro hat die ganze Sache noch mehr auf den Kopf gestellt. (War aber auch schon beim höheren Euro um die Hälfte billiger.) Da kann ich ja auch nichts dafür. Im Gegenzug hätte ich aber erwartet, dass im Schweizer Lädeli die Ware wieder günstiger wird. Denkste! Sie müssen ja ihre superteuren Luxusetablissements finanzieren. Doch da liegt der berühmte Haken. Meine Tomaten müssen nämlich nicht von Scheinwerfern wie Filmstars beleuchtet werden. Meine Trauben müssen nicht von Rebstöcken im Laden abgezwickt werden und meine Äpfel müssen ebenfalls nicht aus Südafrika kommen, ich möchte endlich Schweizer Obst. Dieses bekomme ich nirgends! Gehe ich direkt zum Bauer da, zahle ich genauso viel wie bei einem der Grossen Verteiler. Sind da Preisabsprachen? Gehe ich aber über die Grenze, so lacht mich das Schweizer Obst zu günstigsten fairen Preisen aus dem einfachen flachen gut präsentierten Ladengestell an. (Was sind das nur für böse Schweizer Bauern, die über die Grenze liefern?)
Die Gurke, die nicht einfach Gurke ist!
Klar, ich bin nun die saure Gurke. Doch ich möchte ihnen trotzdem etwas aus dieser (meiner) sauren Gurkenzeit erzählen. Preise habe ich bewusst bisher weggelassen. Doch am Beispiel der Gurken, die in der Schweiz aus Schweizer Treibhäusern kommen, wird auch ihre Gurke, die sie gerade bei Coop gekauft haben sauer.
Bei EDK bezahle ich für eine schöne normale Gurke 29-35 Cent. Umgerechnet also bei einem Kurs zu 1,30 (im Moment ist er mit 1.15 noch um einiges tiefer) zwischen 38 und 45 Rappen. Was kosten den die feinen Gürklein in der Schweiz? Wenn sie mir eine unter 1,20 Franken bringen können, prämiere ich sie. (Die Gurke nicht Sie) Gang und gäbe bewegen sich die Gurken in der sauren Schweizer Gurkenzeit zwischen 1.50 bis 3.50 Franken. Dieses Beispiel lässt sich auf beliebige Art fortsetzen. Aber nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch beim Waschmittel, bei Reinigungsmitteln, bei Körperpflegeprodukten (Markenprodukte) und allgemeinen Körperpflegeprodukten, ja sogar mein Heftli und noch viel mehr, kaufe ich alles für die Hälfte des aktuellen Schweizer Preises ein. Jetzt sagen Sie mir, dass da alles stimmt? Dazu kommt noch der Währungsgewinn. Kennen Sie den berühmten Asterix Spruch:" Die Spinnen die Römer!" Genauso komme ich mir vor. Ich spinne wirklich, wenn ich weiter in Schweizer Ladenregalen krame.
Geheimtipp!
Und ich gebe ihnen nochmal einen Geheimtipp! Schauen Sie mal beim nicht Blöd in die Gestelle, sie werden erstaunt sein, dass er gar nicht so blöd ist und seine Preise den Schweizer Preisen anpasst.
Ich werde gehasst!
Dass ich nun gehasst werde, dessen bin ich mir bewusst. Ich muss aber auch sagen, dass ich bei einem Gurkenpreis von 70 Rappen, trotzdem mein Gürkchen in der Schweiz posten würde. Rechnen sie aber mal nach von 45 Rappen auf 1.50 Franken? Dass sind über dreihundert Prozent mehr. Damit habe ich ein Problem. Und die Mär mit den teuren Angestellten etc. etc. glaube ich auch nicht und ist nie bewiesen worden. Vielmehr beisst sich da die Katze in den eigenen Schwanz und baut Ladenlokale, die teuer, zu teuer verzinst werden müssen.
Die Nachfrage bestimmt den Preis!
Ich jedenfalls habe einmal gelernt, dass sich der Preis nach der Nachfrag richtet. Verkauft man also weniger, so muss der Preis runter. Machen wir alle einen Sprung über die Grenze, da werden die Verteiler früher oder später ein Problem bekommen. Nur so können wir wieder ein gerechtes Verkaufsniveau in der Schweiz herstellen. Dazu höre ich auch noch das Jammern der Bauern die sagen, dass sie von Migros, Coop und anderen schlecht für ihre Produkte bezahlt werden. Da muss ich ein weiteres Mal an meine Gurke denken. Und wenn die Gurke noch aus Schweizer Treihäusern kommt, ja, dann denke ich nur noch an saure Gurken.
Wir Konsumenten sind selber Schuld!
Wieso weiter in der Schweiz seine Lebensmittel einkaufen? Die Grossverteiler hätten es in der Hand die Preise um mindestens 40% zu senken ohne grosse Einbussen hinzunehmen. Doch im gleichen Boot sitzen ja auch die Buchhändler, Zeitungshändler etc. Leute. Und da ist halt auch die grosse Lobby der Verlage dabei. Wie heisst doch gleich der mit den vielen Heftchen und Zeitungen? Auf der roten Internet-plattform wird regelmässig über die Auslandshopper hergezogen und den Grossverteilern unter die Arme gegriffen.
Wir haben es in der Hand!
Nochmal, wir alleine habe es in der Hand diesen Irrsinn zu stoppen. Und glauben Sie mir, auch wenn sie das Benzin noch vom Gewinn abziehen müssen, fahren sie mit einem rechten Gewinn nach hause. Der grosse Teil der Bevölkerung ist ja nicht auf Rosen gebettet und gerade mit Familie muss man auf den Geldbeutel schauen.
So, jetzt gibt's zum Mittagstisch feinen Gurkensalat - Gurkensalat aus Jetstetten, geliefert von Kulturen am Bodensee! En Guete!
Ach ja, und fast hätte ich es vergessen, wenn Sie einen Grünen Zettel (Ausfuhrdekleration) beim Einkauf ausfüllen und am Zoll (deutsche Seite) abstempeln lassen, erhalten sie auf Lebensmittel 7 und auf Körperpflege etc. 20% ihres Einkaufsbetrages beim nächsten Posten zurück.
Marcel
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