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05. Februar 2009, 21:08

Erik Zabel und Robert Bartko - das 'Dreamteam' Sieger im spannenden Berliner Finale

Die Zuschauer hielt es nicht auf den Plätze. Stehend und jubelnd verfolgten sie die letzten Sprints der Finaljagd, in denen sich der anfängliche Vierkampf der Favoritenteams in einen Zweikampf verwandelt hatte, nachdem Zabel/Bartko und Risi/Marvulli noch mit blitzschnellem Angriff eine Runde gewonnen hatten. Eigentlich sollten dann zehn Punkte Vorsprung in der Gesamtwertung für das 'Dreamteam' Zabel/Bartko reichen, aber die Eidgenossen - im vergangenen Jahr umjubelte Sieger in Berlin - wuchs über sich hinaus und rückte Zähler um Zähler näher. In der vorletzten Wertung lagen schliesslich die Berliner im knappen Einlauf, den Zabel bei tosendem Beifall gegen Risi zu seinen Gunsten entschied so deutlich vorn, dass ihnen nur noch theoretische der Erfolg zu nehmen war. Und dennoch sorgte zum
wiederholten Male Franco Marvulli für einen Antritt, mit dem sich die Alpenblitze sofort deutlich vom Feld lösten. Robert Bartko nahm die Verfolgung auf und flog förmlich heran. Aus dem Pari war es dann eine Frage der Ehre, wer den letzten Spurt zu seinen Gunsten entscheidet. Ein neuerliches Duell Bruno Risi gegen Erik Zabel... Und mit dem Elan, in seiner Heimatstadt so gefeiert zu werden, wuchs 'Ete' noch einmal über sich hinaus, brachte sein Rad Zentimeter um Zentimeter nach vorn. MIt einer halben Vorderradlänge war beim ersten Start in Berlin, und dem gleichzeitigen Halali für den grossen Sportsmann der Sieg des 'Dreamteams' perfekt!

Brüttisellen, 5.2.09 (mk) Glanzvolle Sieger, nur knapp geschlagene ebenso starke Verlierer, wenn man ihren hervorragenden zweiten Rang so werten will: Bruno Risi und Franco Marvulli waren ebenbürtige Gegner! Auch der Kampf um Rang drei blieb spannend. Nachdem Roger Kluge und sein belgischer Partner Kenny de Ketele viermal versucht hatten, einen Rundengewinn zu erzielen, konzentrierte sie am Ende ihre Kräfte auf die Punktejagd. Das war ihr Plus, denn sie konnten die superstarken dänischen Olympiazweiten Alex Rasmussen/Michael Mörköv, die als Spitzenreiter in diese letzte Jagd gegangen waren, noch überflügeln.

Im leistungsstarken Pulk mit vielen, vielen jungen Akteuren, die freilich noch lernen, blieben diese nicht untätig, sondern sorgten ebenfalls mit vielen Rundengewinnen für eine Verbesserung oder Stabilisierung ihrer Platzierungen. Das hohe sportliche Niveau freute vor allem den Sportlichen Leiter Dieter Stein, der in diese 18 Teams ein hohes Vertrauen investiert hatte und nicht enttäuscht wurde.

Punktgleich lagen vor dem Finale der Sprinter die beiden Olympiaasse Stefan Nimke und Maximilian Levy in Front. Der abschliessende direkte Vergleich musste über den Sieg im Turnier beim Jubiläums-Sechstagerennen entscheiden. Es gab einen hauchdünnen Sieg für den Youngster aus Cottbus. Stefan Nimke hatte dreimal versucht, seinen Rivalen mit Stehversuchen in die Führungsposition zu zwingen. Da diese Variante nicht aufging, übernahm er selbst die Spitze und raste mit vollem Speed davon. Aber Maxi Levy hatte aufgepasst und konterte diesen Angriff sofort. Schon eingangs der letzten Runde lag er neben Nimke und sie lieferten sich über die ganze Bahnlänge einen harten Kampf, den Levy schliesslich mit Handbreite für sich entschied.

Zuvor hatte der kleine Rene Enders sein Herz in beide Hande genommen und gegen den WM-Vierten aus Italien, Roberto Chiappa, nach langem Sprint aus zweiter Position gewonnen. Das Duell um Rang fünf entschied der niederländische Europameister gegen den Deutschen Meister Matthias John nach Zielfotoentscheid für sich.

Die Sprinter zeigten auch am Finaltag ein tolles Niveau und lieferten erneut gute Zeit im Rundenrekordfahren. Alle blieben unter der 14-s-Grenze und Maximilian Levy feierte seit seiner Teilnahme den zehnten Tageserfolg in dieser Disziplin. 13,145 Sekunden betrug seine Siegerzeit.

König bei den Stehern war ohne Zweifel der Leipziger Timo Scholz. Der zweimalige Europameister hatte im Turnier nur einen Ausrutscher, das zeigte auch das Finale am Dienstagabend, bei dem der Champion alle niederkanterte. In seinem Rücken steigerte sich der holländische Gast Tim van der Zanden mit Bruno Walrave auf den Ehrenplatz, während Mario Vonhof den Schweizer Dauerbrennen Peter Jörg in Schach halten konnte und sich den dritten Tagesrang sicherte. Damit kamen nach guten Leistungen Vonhof und Van der Zanden noch auf das Siegertreppchen, dessen höchste Stufe natürlich Europameister Timo Scholz fest gebucht hatte.

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